Druckschrift 
1 (1828)
Entstehung
Seite
352
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mie schwach oder stark sie in uns sind. Wir werden aberauch durch solche Umstande und Abwechslungen gereitzt undversucht zum Stolz und Leichtsinns oder Zorns Haß undNeid, zum Unglauben, Mißtrauen, Unzufriedenheit, oderWeltliebe oder anderen sündlichen Neigungen und Anschlä-ge , wobei der Christ, der auf sich selbst aufmerksam ist,leicht abnehmen kann, wie viel oder.wenig davon noch inseinem Herzen ist. In Versuchungen lernt er manche Feh-ler an sich kennen, die er sonst nicht erkannte und wirdmit Betrübniß inne, wie viel Böses ihm noch anklebt,wie er in der Heiligung seiner nicht gefördert und befe-stigt ist, als er in guten und ruhigen Stunden wohl ein-mal glaubte. So suchte der Herr auch die Kinder Israeldurch seine wunderbare Wege und Führungen in der Wüstemit sich und ihrem Herzen bekannt zu machen. Daraufführte sie Moses, wenn er nach 5. Mos. 8. zu ihnensprach: Gedenke alles des Weges, durch welchen dich derHerr dein Gott geleitet hat diese -so Jahre, daß er dichdcmüthigte und versuchte, damit kund würde, was in dei-nem Herzen wäre, ob du seine Gebote halten würdest odernicht. So wurde auch der König Hiskia zur Förderungseiner Selbsterkenntniß durch die Gesandten des Königs zuBabel und die Ehre, die ihm dadurch widerfuhr, auf dieProbe gestellt, wovon es 2 . Chron. Z 2 , Zi. heißt: Gotthabe ihn verlassen also, daß er ihn. versuchte, damit kundwürde, alles was in seinem Herzen war. So ließ er auchPetrum in Versuchung kommen und fallen, damit er sichselbst besser kennen lernte, weil er sich durch Jesu Worte nichtvon seiner Schwachheit wollte überzeugen und zurecht wei-sen lassen. Zu diesem Zweck läßt der Herr uns auch al-lerlei Veränderungen erfahren und in mancherlei Versu-chungen kommen und wir mäßen immer dabei auf unser sHerz achten. j

Auch Feinde uni> Freunde braucht der Herr uns in !der Selbsterkenntniß zu fördern und unsre Bitte darumzu erhören. Unsre Feinde pflegen uns genau zu beobach- !ten und scharf zu beurtheilen und ob sie gleich lieblos in ^

ihren Urtheilen sind und ihr Tadel übertrieben, ja manch- '

mal falsch und ungegründet ist, so ist doch auch oft viel