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Betragen darnach zu richten, für das Gute, das der Herrdurch seine Gnade in ihm gewirkt hat dankbarer, aberauch in der Ablegung der ihm anklebenden Fehler undUnarten eifriger zu werden.
Wie sehr dem redlichen David dazu der Wachsthum inseiner Selbstcrkenntniß am Herzen lag, welch ein großerErnst es ihm damit war, davon zeugen seine wiederholtenBitten: Erforsche mich Gott und erfahre meinHerz, prüfe mich und erfahre, wie ichs meine,und siehe, ob ich auf bösem Wege bin und leitemich auf ewigem Wege.
Zn der letzten Morgenpredigt, die ich vor meiner Ab»reise hielte, betrachteten wir die beugende Beschreibung,welche der allwissende und wahrhaftige Gott selbst vondem menschlichen Herzen macht, wenn er spricht: Es istdas Herz ein trotziges und verzagtes Ding rc. Wirhörten daraus wie grundverdorben und unbeschreiblich böseunser aller Herz von Natur istz wie nöthig es uns aberauch ist, daß wir es in seiner großer Argheit je länger jemehr kennen lernen, damit wir uns der Demuth befleißt»gen und von allem Vertrauen auf uns selbst abstehen, diegänzliche Erneuerung unsres Herzens durch den h. Geist,unsre Rechtfertigung vor Gott durch das Blut Jesu Christimit anhaltendem Ernst suchen, da wir bei der beugendenErkenntniß unsres großen Verderbens nicht zu verzweifelnbrauchen, weil Gott nach dem unendlichen Reichthum sei»ner Barmherzigkeit und Macht unser Herz verändern, ent»sündigen, reinigen, heiligen und sich zur angenehmen Woh»nung machen kann und will, wenn wir ihn darum bitten.
Wir hörten auch zugleich, daß die Erneuerung undReinigung unsres Herzens, wenn sie wirklich in der Wie»dergeburt angefangen worden, lebenslang fortgesetzt wer-den müße und daß wir dazu in der Erkenntniß unserestiefen Verderbens zunehmen müßten, damit wir auf unsrefortgehende Heiligung desto ernstlicher bedacht bleiben. Da-rum wollen wir uns in dieser Stunde nach Davids Bei-spiel ermuntern, den Herrn um wahre Selbstcrkenntniß undeinen gesegneten Wachsthum in derselben von Herzen an-zurusen.