Druckschrift 
1 (1828)
Entstehung
Seite
334
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muntern, wenn er sagt: Da nun der Bräutigam ver-zog, wurden sie alle schläfrig und entschliefen.Zur Mitternacht aber ward einGeschrei: Sieheder Bräutigam kommt, gehet aus ihm entge-gen. Da stunden die Jungfrauen auf und schmück-ten ihre Lampen, die Thörigten aber sprachenzu den Klugen: Gebt uns vdn eurem Del, dennunsre Lampen verlöschen. Da antworteten dieKlugen und sprachen: Nicht also, auf daß nichtuns und euch gebreche. Geht aber hin zu denKrämern und kauft für euch selbst, und da siehingingen kam der Bräutigam und welche be-reit waren, gingen mit ihm hinern zur Hoch-zeit und die Thür ward verschlossen. Zuletztkamen auch die andern Jungfrauen und spra-chen: Herr, Herr, thue uns auf. Er antwor-tete aber und sprach: Warlich ich sage euch, ichkenne euch nicht.

Wer erschrickt nicht über das traurige Schicksal derThörigten? Wer wollte sich darum nicht vor ihrer Thor-heit warnen lasten, und weise zur Seligkeit werden? Trau-rig war es, daß alle zehn schläfrig wurden und e-in-schliefen über den Verzug des Bräutigams,. dessenAnkunft sie alle eine zeitlang vergeblich erwartet hatten.An und für sich verzieht der Herr nicht, sondern hat Ge-duld mit uns und will nicht, daß jemand verloren werde,sondern sich jedermann zur Buße kehre. 2 . Petr. 3, fl.Der Herr und Bräutigam seiner Kirche ist immer wirk-sam, den ganzen Plan Gottes mit derselben auszuführen,alle seine Werke, die vor dem jüngsten Tage geschehensollen, und zur Vorbereitung auf denselben gehören, zuvollenden, alle Weissagungen und Verheissungen davon zurrechten Zeit zu erfüllen und dafür zu sorgen, daß alle,die ihm der Vater gegeben hat, geboren und in sein Gna-denreich eingeführt werden. — Aber in Ansehung ein-zelner Seelen, die sich seine Ankunft nahe denken und da-rauf vorbereiten, die ein Heimweh in dieser Welt fühlen,scheinet er zu verziehen, wenn seine Ankunft ihren Wün-schen und Erwartungen nicht entspricht, oder, wenn sie sich