derselben reinigen lassen, sondern sich mit der Befreiungvon den groben Sünden zufrieden gegeben. Sie warendarum auch nicht zur wirklichen Vereinigung mit Christound zum Leben aus Gott gekommen, sondern im geistlichenTod geblieben. Ihre Herzen waren keine tüchtigen Gefäßefür das geistliche Oel, für die-Jnwohnung des h. Geistesund feiner seligmachenden Gnadenwirkungen geworden.Die thörigten Jungfrauen waren also gerade solche Hörerund Bekenner des Evangeliums, deren Herzen Jesus Matthäi 3 . mit einem steinigten und dornigten Acker vergleichet,wenn er im 20 u. 22 Vs. sagt: Der aber auf das Stei-nigte gesäet ist, der ist es, wenn jemand das Wort höretund dasselbe bald aufnimmt mit Freuden, aber es hat nichtWurzel in ihm, sondern er ist wetterwendisch z wenn sichTrübsal und Verfolgung erhebt um des Worts willen, soärgert er sich bald. Der aber unter die Dornen gesäetist, der ists, wenn jemand'das Wort höret und die Sorgedieser Welt und Betrug des Reichthums ersticket das Wortund bringet nicht Frucht. Damit zeigt der Heiland, daßmanche Seelen, die zur Aufmerksamkeit auf Gottes Wort,zum Nachdenken über sich selbst und zur Begierde nach Heilerwecket werden, es entweder an der rechten Gründungihres Glaubens und Christenthums, oder an der rechtenDurchführung ihrer Sinnesänderung und Bekehrung feh-len lassen, weil ihr Herz entweder nicht durch Armuth amGeiste, durch Zerknirschung über ihre Sünden und Traurig-keit nach Gott erweicht und zu einem gebeugten Sünder-sinn gebracht wird, sondern bei allen sinnlichen Rührungenund Empfindungen, Aengsten und-Freuden, im Grundeunverändert, stolz und hart, einem felsigtcn Acker gleichbleibt, worin der Same des Worts Gottes und das Gna-denwerk des h. Geistes nicht wurzeln kann. Oder weilihr Herz, weml es auch zuweilen zermalmt und erweichtwird, doch nicht von der Herrschaft der Lieblingssünden,von den Dornen der Sorgen, der Irdischgesinntheit undWollüste gereinigt wird, weswegen sie immer wieder auf-wachscn und das Gute ersticken. Das Christenthum, derGlaube, die Liebe und Hoffnung, die solche Seelen zuhaben meinen, ist nicht rechter Art, ist kein Werk des h.
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