und ihr Aus gehn dem Bräutigam entg'egen, soll uns zuerkennen geben, daß sic sich auch alle für den Herrn Je»sum und seinen Dienst erklärten, sich als seine Anhängerund Verehrer darstellten, ihn für den Erlöser und Selig»wacher der Sünder, für den Herrn und Bräutigam seinerKirche erkannten und bekannten, Verlangen nach seinemHeil und seiner Gemeinschaft hatten, das Mittel der Gnadefleißig gebrauchten, manches thaten und ließen, um Jesuzu gefallen und durch ihn selig zu werden. -
Dies alles hatten sie alle zehn miteinander gemein,aber in der Hauptsache, wo es beim wirklichen Seligwer»den durch Christum vornehmlich ankommt, waren sie sehr-verschieden von einander. Denn fünf unter ihnen,sagt Jesus, waren thörigt und fün.f waren klug.Die Thörigten bewiesen ihre Thorheit damit, daß sieihre Lampen nahmen aber kein Del mit sich nah»men. Die seligmachenden Gnadenwirkungendes h. Geistes,die durch das Del verstanden werden und wodurch dasWort Gottes lebendig und wirksam in unseren Herzen wird,seine erleuchtende, bekehrende, wiedergebärende, gläubig»machende, heiligende und tröstende Kraft bekommt, hattensie nicht zu erlangen gesucht, sondern sich mit den bloßenLampen, mit dem Wort Gottes, mit der buchstäblichenErkenntniß desselben, mit dem historischen Glauben an sei»nen Inhalt, mit dem äußern Bekenntnis der evangelischenWahrheiten, mit dem Gebrauch der Gnadcnmittel, miteinem ehrbaren Wandel und dem Umgang mit frommenChristen, mit den gemeinen und vorlaufenden Gnadenwir»kungen des h. Geistes, guten Rührungen, Ueberzeugungenund Vorsätzen begnügen lassen. Sie waren die Buße vor»beigegangen und hatten dem Geiste Gottes in seinem Straf»amt nicht Raum gelassen, hatten ihr Herz nicht durch einelebendige Erkenntniß ihrer Sünden und göttliche Traurig»keit darüber erweichen und zerknirschen, hatten sich ihrtiefes Elend und Verderben durch die Sünde, ihren ver»dammlichen und verlornen Seelenzustand, die verborgenenTücken und bösen Lüste ihres Herzens, ihren heimlichenGeiz, Neid, Wollust, Hochmuts) und Eigenliebe nicht rechtaufdecken, noch vielweniger von der herrschenden Macht