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sie recht geübte Sinne bekommen, um immer deutlichereinzusehen und zuverläßiger zu unterscheiden, was gutund böse ist, was vom Geiste und was vom Fleische her-rührt, was Rath, Willen, Werk und Trieb des Geistesund des Fleisches ist, um jenem zu folgen und diesem, zuwiderstehen. Gott hat aber seinen Kindern die h. Schrift,sein theures Wort, nicht allein zur Regel und Richtschnurihres Glaubens und Wandels gegeben, sondern er hat auchden Wahrheiten, die darin enthalten sind, die Kraft beige-legt, sie zu heiligen, zu trösten und zu stärken, den Geistin ihnen zu nähren, sein Wachsthum zu fördern und seineHerrschaft zu befestigen; denn das Wort Gottes ist le-bendig und kräftig. Und auch deswegen sollen sie begie-rig seyn nach dieser vernünftigen lautern Milch, daß sie da-durch zunehmen. Zum Wandel im Geist ist daher invieler Hinsicht eine fleißige Beschäftigung mit GottesWort vonnöthen.
Nicht weniger wird dazu aber auch ein fleißiges Wachenund Bethen erfordert. Die Wachsamkeit und das Gebethwerden uns sehr häufig in Gottes Wort als nöthige undgesegnete Mittel zu einer treuen Führung unsres Christen-thums, zur Vermehrung des geistlichen Lebens und zurEntkräftung des Fleisches angepriesen. »Wachet und bc»thet, daß ihr nicht in Anfechtung fallet,« ruft Jesus seinenJüngern zu, und »was ich euch sage, das sage ich allen:Wachet!« Matth. 26, 41. Marc. iZ, 87.
Gläubige mäßen, wenn sie im Geiste wandeln und indiesem Wandel glückliche Fortschritte machen wollen, sorg-fältig über ihr Herz wachen, damit sie bemerken, was indenselben: vorgeht, was der Geist und was das Fleischwirken will, um die Wirkungen des Geistes zu befördernund durch den Geist des Fleisches Geschäfte zu tödtcn,ehe es überhand genommen hat. Sie mäßen über sichwachen und auf sich Acht haben, damit sie gleich gewahrwerden, was die äußeren Gegenstände, womit sie umgehenund sich beschäftigen, für Eindrücke auf sie machen, umihr Verhalten darnach einzurichten. — Alles, was denUnglauben, den Leichtsinn, die Unkeuschheit, den Stolz,di 2 Eigenliebe, den Zorn und andere sündliche Neigungen