Druckschrift 
1 (1828)
Entstehung
Seite
298
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das Reich Gottes, das wahre Christenthum, als Gerech-tichkeit, Friede und Freude in dem heiligen Geist besitzenund genießen: so müßen wir an unserm Heiland vornehm-lich sein kostbares Blut ins Auge fassen und die Kraft,die dasselbe im Gerichte Gottes und Gewissen der Men-schen hat, recht zu erkennen und zu erfahren suchen. Denndurch dieß Blut sind wir versöhnt, es ist das theureLösegeld, damit wir los gekauft sind. Es ist der Grundunsres Heils; durch die Vergießung desselben hat Jesusalle Hindernisse unsrer Begnadigung gehoben und Alleszu Wege gebracht, was zu unsrer Erlösung und Selig»keit vonnöthen ist. Durch dieß Blut oder mit demselbenist er als der wahre Hohepriester einmal in das himm-lische Heiligthum eingegangen und hat eine ewige Erlö-sung erfunden. Mit diesem Blut besprengt sind und blei-ben wir rein, gerecht und heilig vor Gott. Auf dasBlut Jesu, worauf in der heiligen Schrift ein außeror-dentlich großer Nachdruck gelegt wird, worauf das Augedes himmlischen Vaters als auf das vollkommne Opferfür unsre Sünden mit unaussprechlich gnädigem Wohlge-fallen blickt, muß auch unser Glaubensauge immer mehrgerichtet werden; eben deswegen ruft Paulus den gläubi-gen Christen in unserm Texte noch besonders zu: Ihrscyd gekommen »zu dem Blut der Besprengung, das dabesser redet als Abels Blut.« Das sollten sie dochrecht beherzigen, damit sie dadurch im Vertrauen aufGottes Gnade befestigt, zum Bleiben bei Zesu, zumgläubigen Aufsehen auf ihn, zur Liebe, Dankbarkeit undTreue gegen ihn erwecket, ihrer Sünden wegen gründlichberuhiget und in allen Bekümmernissen, besonders bei ih-rem mangelhaften Gebeth und dem beugenden Gefühlihrer anklebenden Unreinigkeit, aufgerichtet und getröstetwürden. Denn auch wahre Gläubige bekommen zuwei-len an ihrem eignen Gebeth ein Mißfallen und betrübensich darüber, weil es'so gebrechlich ist, daß sie sich desselbenvor Gott schämen und es kaum vor ihn zu bringen wa-gen. Wie sehr kann und muß es sic aber bei solchenEmpfindungen beruhigen, daß sie nicht alleinbethen, daßnicht nur andre Fromme ihrer vor Gott gedenken und