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und sanften, aber dabei doch starken, mächtigen und sieg-reichen Drang in uns hervor, uns diesem göttlichen Lieb-haber unserer Seele ganz zur Danksagung aufzuopfern,sie nimmt uns ganz für Zesum ein, dringt und treibt unsdie Sünde zu vermeiden, die ihm den bittern Kreuzestodmit allen vorhergehenden Leiden zugezogen hat und ihmzuwider ist, hingegen zu seiner Ehre und nach seinem Wohl-gefallen zu leben, wenn es auch mit Schmach und Schmer-zen verbunden seyn sollte. Denn dieser Drang, den dieerkannte, geglaubte und erfahrene Liebe Christi hervor-bringt, flößt uns Willigkeit und Kraft ein, nicht alleinin seinem Dienste treu zu arbeiten und fleißig zu seyn inguten Werken, sondern auch um feinet willen zu verleug-nen und zu leiden.
Wie sehr wäre es darum zu wünschen, daß die LiebeChristi völliger von uns erkannt, geglaubt und empfundenwürde, damit wir ihren Drang auch besser erfahren undzur Gegenliebe und Dankbarkeit, zum Eifer und Fleiß inseinem Dienste kräftiger gedrungen würden. Denn wernur aus Drang des Gewissens und des Gesetzes, ausFurcht vor Strafe, vor Tod und Hölle oder aus knechti-scher Lohnsucht gedrungen das Böse läßt und das Gutethut, der kommt zu keiner Kraft im Christenthum, zu kei-ner wahren Gottseligkeit, die nur die Frucht des Glau-bens und der Liebe ist.
Wie nöthig ist es darum, daß wir nach dem Genußdes heiligen Abendmahls fortfahren, die Liebe Christi, dieihn bewogen hat sich für uns in den Tod zu geben, zuerwägen, um die Vermehrung ihrer Erkenntniß, Erfahrungund Genießung zu bitten, damit sie uns fortwährend dringeihm zu leben, mit Glaube und Liebe an ihm zu hangen,ihm treu zu seyn bis in den Tod.
Zu dem Ende wollen wir die Bitte seiner Braut:Setze mich wie ein Siegel auf dein Herz, und wie einSiegel auf deinen Arm, betrachten, und uns ermuntern, siezu der unsrigen zu machen-