Druckschrift 
1 (1828)
Entstehung
Seite
238
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die nichts zu geben haben, zum Wohl und Nutzen ihrerMitmenschen beitragen. Alle Gläubigen sollen auch durchihre allgemeine Fürbitte ihre allgemeine Liebe thätig be-weisen, Allen dienen und nutzen, nicht nur Bekannten, son-dcrn auch Unbekannten, nicht allein Freunden, sondern auchFeinden; aller Menschen zeitliche und ewige Wohlfahrt müs-sen sie dem Herrn mit einem Herzen voll Liebe und Wohlwol-len anbefehlen. Bei dieser unsrer Verpflichtung zur allge-meinen Liebe und Fürbitte mäßen wir doch für Einige mehrals für Andere bethen. Diejenigen, welche die göttlicheVorsehung in eine genauere Verbindung mit uns gesetzthat, die zu unfern Familien, zu unfern Freunden, zu un-fern Vorgesetzten und Untergebenen gehören; diejenigen,deren Bedürfnisse, Gefahren und Leiden uns bekannt sindoder besonders ans Herz gelegt werden, oder die sichunsrer Fürbitte anempfehlcn; so wie diejenigen, die fürdie allgemeine Glückseligkeit wichtiger sind, als Andre, de-ren Gesinnungen und Handlungen einen großen Einflußauf das Wohl Vieler haben, als Könige, Obrigkeiten undLehrer; deren Beruf bedeutender und schwerer ist, alsder Stand andrer Menschen, mäßen auch ein- vorzügli-cher Gegenstand unsrer Fürbitte seyn. — Und weil gläu-bige Christen unter sich aufs engste verbunden sind undsich daher ganz vorzüglich untereinander lieben sollen: somüßen sie auch vorzüglich viel für einander bethen, eif-rig seyn im Flehen für alle Heiligen. Sie sind Kindereines Vaters, Erlösete eines Herrn, Tempel eines Geistes,Erben eines Reichs und einer Seligkeit. Ein Leib und einGeist, wie sie auch berufen sind auf einerlei Hoffnungihres Berufs. Eph. ä. Sie sind auch gleichen Schwach-heiten, Feinden, Gefahren, Versuchungen, Kämpfen undLeiden bloß gestellt;— wie Petrus erinnert: Wisset, daßdieselben Leiden über eure Brüder in der Welt ergehen,i. Petr. 5 , 9. Darum müßen sie auch an ihren gemein-schaftlichen Leiden gemeinschaftlichen Antheil nehmen undeiner dem andern Geduld, Muth, Kraft, Trost und Hülfevon dem Herrn erflehen helfen und desto mehr, je genauersie miteinander bekannt sind. Wozu Paulus sie Ebr. 10,3 . ermahnet, wo er schreibt: Gedenket der Gebundenen