Druckschrift 
1 (1828)
Entstehung
Seite
226
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rer Schuld, ihr Elend und Verderben in der Sünde, die 'schreckliche Gefahr, worin sie schweben, dem zukünftigenZorn anheimzufallen und ewig verloren zu gehen, weil sieauf die weckende und warnende Stimme Gottes in seinemWort nicht hören, sondern sich mit allerlei falschem Trost ,und Hoffnungsgründen einschläfern oder ihre Bekehrungvon einer Zeit zur andern aufschieben, wenn sie noch vonder Nothwendigkeit derselben überzeugt werden. Sie wa- !chen nicht gegen die Versuchungen zur Sünde, sondern ftür- !zen sich in dieselben hinein, weil sie keine kindliche Furchtvor Gott haben und die Sünde nicht hassen, sondern lie-ben. Sie wachen nicht über ihr Herz, sondern sind un-bekannt mit demselben und unachtsam auf das, was darinvorgeht. Wüßten sic, wie ungöttlich ihr Sinn, wie un-rein und verderbt ihr Herz ist, sie würden mit dem Zöll-ner schamroth vor Gott stehen und verlegen an ihre Brustschlagen, mit David um ein reines Herz und um einenneuen gewissen Geist bethenz aber nun ist es vor ihren ^Augen verborgen und sie dürfen sich noch wohl eines gu-ten Herzens rühmen, wie ein Armer und Verschuldeter vonReichthum und Ueberfluß träumen kann. Sie sind so zer-streut in die Dinge dieses Lebens und der Welt, daß sie !nie recht zu sich selbst kommen, und den kläglichen, gefähr-lichen Zustand ihrer Seele kennen lernen. Ihre geistlichenFeinde, Sünde, Welt und Teufel, haben einen freien Aus-und Eingang in ihrem Herzen, sie lassen sie darin machen, !was sie wollen, es immer mehr verunreinigen, zerstörenund fühlloser machen, es immer weiter von Christo undseinem Heil entfernen. Sie wachen auch nicht über ihreZunge, sondern lassen sie allerlei Verkehrtes, Unnützes undUnwahres reden, laßen sie lügen, fluchen, schwören, after-reden, verleumden und richten, ohne daran zu denken, daßsie von jedem unnützen Worte Rechenschaft geben mäßen. IEben so wenig wachen sie auch über ihre Augen und Ohren, Iüber ihre Gesellschaften und Verbindungen, über ihrePflichten und deren treue Erfüllung als Christen. Dar-über wachen sie noch wohl, was ihnen zeitlichen Vortheiloder Nachtheil, Ehre oder Schande bringt, aber der SeelenSchaden zu verhüten und der Seelen Heil zu befördern,