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II. T v e i l.
Sehet, geliebte Zuhörer, dieß ist es, was Paulus vonden Christen fordert und wozu er sie ermahnt, wenn ersagt: Und wachet dazu, nämlich zu dem steten Bethenmit allem Bitten und Flehen im Geist. Er empfiehlt ih-nen aber das Wachen nicht schlechtweg, sondern mit al-lem Anhalten, mit ununterbrochenem Fleiß und Bestän-digkeit. So wie er sie ermuntert hatte, stets zu bethen,so ermuntert er sie auch, stets zu wachen.
Wachen mäßen sie mit allem Anhalten, beständig undzu jeder Zeit, nicht dann und wann, wenn die Versuchungmächtig und der Streit heftig ist, sondern auch, wenn sieetwas Ruhe haben, mäßen sie wachend bleiben und vorgeistlicher Trägheit, Leichtsinn und Sicherheit sich hüten,damit sie nicht unversehens vom Feinde überfallen werden.
Wachen mäßen sie mit allem Anhalten und an allenOrten, nicht allein unter Weltmenschen, damit sie nicht ihnenzu gefallen sündigen und im Bösen sich ihnen gleich stellen,nicht zum Leichtsinn und zum Zorn hingerissen werden zsondern auch bei frommen Menschen, damit sie nicht inein eitles und unnützes Geschwätz gerathen, sich nicht un-tereinander durch unvorsichtige, unbescheidne, beleidigende,anstößige und leichtfertige Reden und Handlungen schaden,ärgern und kränken, sondern vielmehr zum Nutzen und zurErbauung sein mögen.
Wachen müßen sie mit allem Anhalten, in allen Gele-genheiten und Umständen, im Leiden und in Freude. DieLeiden schickt zwar der Herr seinen Kindern, um sie destoeifriger in der Uebung der Gottseligkeit zu machen, abersie können sie auch leicht verdrossen und träge machen, wosie lange anhalten, und sie nicht dabei am Wachen bleiben,wie wir an den christlichen Hebräern sehen, die lange mitGeduld litten aber endlich träge und müde wurden, sodaß Paulus ihnen zurufen mußte und richtet wieder aufdie lassen Hände, und die müden Knie^ Die Freude, der