Druckschrift 
1 (1828)
Entstehung
Seite
218
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nicht, wenn es Zeit ist. Marc. 14: Wachet und bcthet,daß ihr nicht in Anfechtung fallet. Luc. 21: So seidnun wacker allezeit und bethet, daß ihr würdig werdenwöget zu entfliehen diesem allen, das geschehen soll, undzu stehen vor des Menschen Sohn.

Das Wachen setzt aber voraus, daß wir von demgeistlichen Schlaf, worin wir Alle von Natur liegen, er»wachet und aufgestanden sind. Darum ruft Paulus Eph. 5 .einem jeden natürlichen Menschen zu: Wache auf, der duschläfest, stehe auf von den Tobten, so wird dich Christuserleuchten. Die fleischliche Sicherheit, Trägheit, Gleich-gültigkeit und Sorglosigkeit in Ansehung unserer geistli-chen und ewigen Wohlfahrt wird in der heiligen Schriftsehr oft mit dem Schlaf verglichen, weil sie mit demselbenviele Ähnlichkeit hat. — Der leibliche Schlaf nimmt alleSinne ein, daß der Mensch nichts sichet, höret und füh-let, nichts merket noch versteht, sondern wie todt da lie-get. Gerade so ist es« auch mit der fleischlichen Sicher-heit, dem betrübten und gefährlichen Sündenschlaf bewandt.Er macht den Sünder geistlich blind, daß er weder denHerrn Iesum und das unschätzbare Heil, das in ihm zufinden ist, noch sich selbst und sein großes Sündenelenderkennt z — er macht ihn geistlich taub, daß er nicht hörtund zu Herzen nimmt, was ihm der Herr in seinem Wortund durch den Mund seiner Knechte aus demselben sagenläßt. — Er nimmt ihm auch das geistliche Gefühl, daßweder die Wohlthaten Gottes noch seine Züchtigung einenheilsamen Eindruck auf sein Herz machen. Er nimmt ihmalles ernstliche Nachdenken weg über seinen Seelenzustand,über das, was zu thun und zu lassen wäre, um durchChristum mit Gott ausgesöhnt zu werden, Vergebungseiner Sünden, Gnade und Kraft zu einem neuen Lebenzu suchen und zu erlangen. Der leibliche Schlaf ist demMenschen süß und angenehm, so auch die fleischliche Sicher-heit dem unbußfertigen Sünder z er will sich nicht gerndaraus wecken lassen und davon aufstehen.

Der geistliche Schlaf ist aber höchst gefährlich. Manist darin in Gefahr des ewigen Todes und geräth auch indenselben hinein, wenn man erst im leiblichen Tod erwacht.