Druckschrift 
1 (1828)
Entstehung
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D i n a A n g.

Jona 1, 6. Was schläfst du? Stehe auf und rufe deinen Gottan, ob vielleicht Gott an uns gedenken wollte, daß wir nichtverderben.

sprach der Schiffsherr zum Propheten Jona. DasSchiff, worauf sich Jonas begeben hatte, als er vor demHerrn floh, gerieth durch Sturm und Ungewitter in au»genscheinliche Gefahr, mit allen Menschen, die darauf wa»ren, zu Grunde zu gehen. Alle kamen sie daher in Furcht -und Unruhe. Ein jeder bethete, so gut er konnte. NurJonas lag ruhig da und schlief. Das konnte der Schiffs»Herr nicht leiden, darum weckte er ihn auf und sprach : wasschläfest du? Stehe auf und rufe deinen Gott an, obvielleicht Gott an uns gedenken wollte, daß wir nicht ver» >derben. Denn so nöthig und erlaubt der liebe Schlaf zurrechten Zeit ist, so war es doch jetzt für Jonas keine schick»liche Zeit zu schlafen, da er mit den klebrigen in Gefahrwar umzukommen und große Ursache hatte, auf seine Cr»rettung und Begnadigung vor Gott mit allem Ernste be»dacht zu seym

Wer fühlt es nicht, geliebte Zuhörer, daß dieser Zu»ruf des Schiffsherrn an Jonas sehr weise, gegründet undnöthig war? Wer muß es aber auch nicht gestehen, daßman noch größere Ursache und wichtigere Gründe habe,einem jeden unter uns, der bis dahin geistlich geschlafenhat, träg und nachlässig in der Sorge für die Rettungund Seligkeit seiner Seele gewesen, sein Heil versäumtund verträumt, seine Bekehrung aufgeschoben hat und in