(§ehr auffallend, geliebte Zuhörer, ja bei dem ersten An-blick befremdend ist der Ausspruch Jesu, den wir Matth,io, 34 , lesen, wo er spricht: Ihr sollt nicht wäh-nen, daß ich gekommen scy, Frieden zu sendenauf Erden. Ich bin nicht gekommen Frieden zusenden, sondern das Schwerdt. Man könnte da-bei denken: wie stimmt das mit seinem Namen Friede-fürst? mit dem Lobgesange der heiligen Engel aufseineGeburt, wobei sie ausriefen: Friede auf Erden? Wiemit seinem Gruß an seine Jünger: Friede sey mit euch?Wie mit dem Zeugniß Pauli von ihm: Er ist gekommenund hat verkündiget im Evangelium den Frieden euch, dieihr ferne wäret' und denen, die nahe waren. Eph. 2.Er hat Friede gemacht durch sein Blut am Kreuze. Col.i? Wie stimmt mit diesem Allen der Ausspruch Jesu inder angeführten Stelle überein: Ihr sollt nicht wähnen,daß ich gekommen sei, Frieden zu senden auf Erden?Sehr gut stimmt er damit überein, und es muß jedem ein-leuchten, wenn wir bedenken: i) von welchem Frieden Je-sus hier nicht rede, und 2) von welchem Frieden er rede.
1) Er redet in dieser Stelle nicht von dem Friedenmit Gott und seinen Freunden, nicht von dem Friedender Seele, der aus dem Frieden mit Gott entspringtund im Genuß seiner Freundschaft besteht. Diesen theurenFrieden zu stiften und zu senden, dazu ist er gekommen,den wünschte, gab und ljeß er seinen Jüngern.
2) in der angeführten Stelle redet Jesus von dem Frie-den mit der Sünde, mit unferm bösen Fleisch, mit dem