Druckschrift 
1 (1828)
Entstehung
Seite
138
Einzelbild herunterladen
 

Heil bedienen mäßen,, darum ist ihnen ein starker Glaubesehr nöthig.

Der schwache Glaube, der sich durch Armuth am Gei»sie, durch Leidtragen über die Sünde und einen gebeugtenSüudersinn, durch Hungern und Dürsten nach der GnadeGottes und Gerechtigkeit Christi, durch Hinwcnden undZufluchtnehmen zu ihm äußert, ist zwar auch ein seligma»cheuder Glaube z aber ein gestärkter Glaube, wobei mansich seines Antheils an Christo, der Vergebung seiner Sün»den, der Kindschaft Gottes und des ewigen Lebens gewißist, wobei man sich auf Gott als seinen versöhnten Bun»des» Gott und Vater verlassen, sich auf Zesum als seinenallgenugsamen und treuen Heiland lehnen und stützen kann,hat viele Vorzüge vor dem schwachen. Bei dem gestäck»ten Glauben wird man seines Heilandes und Gnadenstan»des froher, in der Liebe brünstiger, in der Dankbarkeitherzlicher, im Lobe Gottes eifriger, in guten Gesinnungenund Werken fruchtbarer und lauterer, in der Verleugnungseiner selbst und der Welt fertiger und fester, im Kampfwider die Feinde muthiger, standhafter und siegreicher, imLeiden geduldiger und getroster, im Tode ruhiger undfreudiger.

Darum kann auch dem Herrn Jesu, der unser Wohlliebt und den Kleinglauben bestraft, das Verlangen nachStärkung des Glaubens und die Bitte um dieselbe nichtanders als angenehm sein und er erhört sie gerne, wennwir uns auch dabei der Mittel bedienen, die er dazu ver»ordnet hat. Er stärkt den Glauben durch das Lesen,»ren und Ueberdenken seines Worts, durch reichere Mitthei»lungen seines Geistes, durch Gebethserhörungen, durchallerlei Erfahrungen, die er uns machen läßt, besondersaber: auch durch einen heilsbegierigen und ehrerbietigenGebrauch des heiligen Abendmahls. Den Anfang desGlaubens mäßen wir haben, wenn wir das heilige Abend»mahl auf eine gottgefällige und uns gesegnete Weise haltenmollenz denn ohne Glauben können wir den Tod Jesunicht als die Bezahlung für unsere Sünden ansehen, ver»kündigen und uns zueignen, können ohne den Glaubennicht geistlich essen und trinken. Aber wenn wir es im