men, ihrer vielen Sünden wegen, die sie begangen haben unddie ihnen ankleben, Anspruch auf sie machen und sie sich zu»eignen, so können sie sich auf die, Gerechtigkeit und Genug»thuung Christi berufen, wodurch alle ihre Sündenschuldenbezahlt und worin sie vor Gott gerecht sind z können mitPaulo frohlocken: Wer will die Äuserwählten Gottes be- ^schuldigen? Gott ist hier, der da gerecht macht. Will derFeind sie zu neuen Sünden reizen und verführen: dasBewußtseyn, daß sie als arme verdammliche Sünder durchChristum, um seines versöhnenden Leidens und Sterbenswillen, gerecht worden sind, macht die Versuchungen kraft»los und verschließt ihnen den Eingang. O! denkt eine gläu- !bige Seele, sollte ich die Sünde noch lieben und üben, derenBezahlung den Sohn Gottes Blut und Leben gekostet, die demgöttlichen Liebhaber meiner Seele den schmerzlichen, verfluch»ten Kreuzestod zugezogen? Nein, die Sünde, die ihm solcheCentnerlast hat aufgebürdet, will ich stets verfluchen, undwas er für mich abgetragen hat, mit treuer Liebe zu ver-gelten suchen. Die Gerechtigkeit Christi und die tröstlicheVersicherung, daß man derselben durch den Glauben theil-hastig worden, giebt den Gläubigen innern Frieden undgetrosten Muth, wodurch sie manche Versuchungen abhaltenund in den Stand gesetzt werden, die Gnadengabe, dieihnen der Herr verliehen hat, zu ihrem Vortheil anzu-wenden. Sie flößt ihnen Freimüthigkeit, kindliches Ver-trauen, Dankbarkeit und Liebe zu Gott ein, wodurch dasGemüth vor vielen.Zerstreuungen, Sorgen, Bekümmernissen,sündlichen Gedanken, Neigungen und Begierden gedecktund bewahrt bleibt z wodurch sie Trieb und Kraft bekom-men, den Versuchungen zum Bösen Widerstand zu thunund die Anschläge der Feinde zu vereiteln.
Soll aber die Gerechtigkeit uns alle diese Vorthcile igewähren, so müßen wir damit angezogen und bekleidetseyn z sonst kann sie uns nicht zieren, nicht decken noch schüz-zen, sondern unser Herz steht dem Feinde blos. Darumwill Paulus, daß die Christen damit angezogen seyn sollen. "
Angezogen wird sie zuvörderst, wenn ein Sünderbußfertig und «gläubig wird, aller eignen Gerechtigkeit ent-sagt, sich mit verlegnem Herzen über seine Sünde vor