Prov. 4, 23. Behüte dein Herz mit allem Fleiß, denn darausgeht das Leben.
ermahnt Salomo, oder die ewige, selbstständigeWeisheit, die durch ihn redet,, ihren Schüler.
Wir mäßen auch unsre Augen behüten und darüberwachen, wie Hiob, der einen Bund mit seinen Augen ge»macht hatte. Behüten und bewachen mäßen wir auch unsreZunge, daß sie nichts unwahres und unnützes rede; be»hüten und bewachen unsre Füße, daß sie keine verkehrtenWege gehn, wie Salomo in dem folgenden Vs. erinnert.Aber vor allen Dingen, über alles was zu behüten undzu bewachen ist, mäßen wir unser Herz, unser Gemüthbehüten, denn daraus geht das Leben. Von der gutenoder schlechten, Gott gefälligen oder mißfälligen Beschaf»fenhei t unsers Herzens hängt die gute oder schlechte,Gott gefällige oder mißfällige Beschaffenheit unseres Le»bens und Wirkens, unsres Sinnes und Wandels ab.Denn das Herz ist der Sitz unsrer Gedanken, Nei»gungen, Anschläge und Gesinnungen, der Sitz allerTugenden und aller Laster, des geistlichen Lebens undseiner Wirksamkeit, die daraus hervorgeht, des geistlichenTodes und der verderblichen Früchte, die er bringt» Esist die Quelle und Triebfeder aller unsrer Reden und Hand»lungen. Darum sieht Gott auch vorzüglich auf unser Herzund heißt ein Herzenskündiger und Nierenprüfer. Wirbeurtheilen das Herz des Menschen nach seinen Worten undWerken, aber Gott beurtheilt unsre Worte und Werke