habe ich Christo gedient und nie hat er mich auf eine Artbeleidigt, wie sollte ich also meinen König lästern, derfür mich so sehr gesorgt hat, und sich daraus zum Feuer-tod verurtheilen ließ. So auch der große ReformatorLuther, als er auf dem Reichstage zu Worms mitten un-ter seinen Feinden nach seinem abgelegten Glaubensbekennt-niß ausrief: Ich kann nicht anders, hier stehe ich, Gottfür dessen gerechte Sache ich streite, helfe mir.
So, geliebte Zuhörer, sollen gläubige Christen stehen,sich männlich, tapfer und standhaft bei allen Anfällen ihrerFeinde beweisen. Man muß durch rechtschaffne Buße einenguten Grund im Christenthum legen und einen festen Fußim Glauben und in der Gottseligkeit durch die Vereini-gung mit Christo zu setzen suchen, damit man auch feststehen könne, keinem wankenden Rohr gleiche, und vonallem Wind der Versuchungen zu Zweifel, Zrthum undSünde Herumgetrieben werde, sondern einem Felsen imMeer gleiche und unter allen Leiden und Beschwerden,Lästerungen und Verfolgungen, Lockungen und Reitzungenzur Sünde standhaft bleibe, sich nicht rnuthlos und wet-terwendisch machen lasse.
II. T h e L l.
Dazu gehört freilich viel, um so zu stehen, in steter ^Bereitschaft zum Kampf erfunden zu werden und standhaftdarin zu seyn bis ans Ende. Aber es ist doch alles beiunserm allgenugsamcn Heiland, in dem alle Fülle wohnet,zu finden- Und der Apostel ermahnet die Christen nichtallein zu diesem Stehen, sondern er gibt ihnen auch alles, !Stück für Stück an, wodurch sie dazu gelangen können,damit sie darnach streben, es von dem Herrn sich erbitten !und schenken lassen. Das erste führt er im 2ten Theilunseres Textes an, wenn er sagt: Umgürtet eure Len-den mit Wahrheit. Ein bildlicher Ausdruck, der vondem Gebrauch und der Rüstung der Morgenländer bei