Wie nöthig haben daher Gläubige immer auf ihrerHut zu sein und gerüstet zu bleiben, da sie es mit einemFeind zu thun haben, der nicht nur mächtig, sondern auchüberaus listig ist. Um sie darauf noch aufmerksamer' zumachen, fährt der Apostel in unserm Texte fort: Dennwir haben nicht mit Fleisch und Blut zu käm»p-fen, sondern mit Fürsten und Gewaltigen. Un»ser Kampf will er sagen ist kein leiblicher Streit und wirhaben es in demselben nicht so sehr mit Menschen zu thun,denen wir durch eigne Kräfte gewachsen seyn könnten,sondern mit Feinden, die viel listiger und mächtiger sindals bloße Menschen. Denn unter Fleisch und Blut ver»steht iwr Apostel hier nicht unsre verderbte Natur, die sünd»liehe Neigung, die dem Frommen nach der Bekehrung nochanklebt, die mit zum Schlangensaamen und Gift gehört,die den Gläubigen viel zu schaffen macht, und wogegensie beständig kämpfen mäßen, weil sie sie überall mit sichherum tragen. Sondern unter Fleisch und Blut verstehtder Apostel hier vornehmlich Menschen, deren äußrer sicht»barer Theil vornehmlich aus Fleisch und Blut besteht, dieschwach und hinfällig sind. Gläubige haben zwar auchoft gegen Menschen zu streiten, sich gegen ihre schädlichenVersuchungen und Zumuthungen, gegen ihren bösen Rathund verführerisches Beispiel, gegen ihre Irthümer, Zwei»fel und Spöttereien, Unarten und Beleidigungen, Lockun»gen und Drohungen, Haß und Verfolgungen zu waffnen,aber nicht mit leiblichen, sondern mit geistlichen Waffen.Das leugnet auch der Apostel nicht, wenn er sagt: wirhaben nicht mit Fleisch und Blut zu kämpfen. Denn erwill sagen: wir haben es nicht allein, nicht so sehr mitMenschen zu thun, das ist bei weitem unser ganzer Streitnicht, sondern nur ein geringer Theil desselben. So wirddies Wort mehr in der heiligen Schrift gebraucht, daß esso viel heißt: als nicht allein, nicht so sehr. So brauchtes der Herr r. Sam. 8, 7. wenn er zu seinem treuenDiener Samuel sprach, als Israel ihn verworfen und inschnöder Undankbarkeit gegen ihn einen König begehrthatte: Sie haben nicht dich, sondern mich verworfen,das ist: nicht so sehr dich, sondern vielmehr mich. So
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