Äehrreich und nachahmungswürdig ist es für uns, meineFreunde, was wir Neh. 4, 17. von den Juden lesen, dienach ihrer Rückkehr aus der babylonischen Gefangenschaftunter dem Fürsten Nehemia an den Mauren der StadtJerusalem und des Tempels bauten, wenn es daselbst vonihnen heißt: Mit einer Hand thaten sie die Ar»beit und mit der andern hielten sie die Waffen.Dazu nöthigten sic ihre Feinde, die rings um sie herwaren und sie nicht ruhig in ihrem angefangenen Werkfortarbeitcn ließen, sondern ihrer spotteten und sich zusam-men verbunden und verschworen hatten, das vorgenommeneWerk der Juden, den Aufbau Jerusalems und des Tem-pels auf alle mögliche Weise zu verhindern. Diese sehrbetrübten und bedrängten Umstände nöthigten und lehrtendie Juden, Arbeiter und Streiter zugleich zu seyn, bewaff-net ihr Werk fortzusetzen, um die Absichten und Anschlägeder Feinde zu vereiteln, ihre Anfälle muthig und behendzurück zu treiben.' Auf diese Weise setzten sie trotz allerList und Bosheit ihrer Feinde ihren Bau' glücklich fortund machten die Bemühungen ihrer Widersacher zu Schan-den, denn der Herr war mit ihnen.
Wie es nun die Juden im leiblichen machten, so müs-sen es die gläubigen Christen im geistlichen machen. Siehaben das allerwichtigste Werk vor, die Arbeit an ihrerSeelen Seligkeit und sollen sich als die lebendigen Steinebauen zu einem heiligen Tempel Gottes auf den Grundder Propheten und Apostel, wovon Jesus Christus der