Druckschrift 
1 (1828)
Entstehung
Seite
58
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denken, gestehen müßen, daß sie sich Christo noch nichtganz ergeben, noch nicht angefangen haben, in ihrem Stan-de und Berufe Christo zu dienen, aus Liebe zu ihm undmit gläubigem Aufsehen auf ihn ihre Pflichten mit Gc-wiffcnhaftigkeit und Treue zu erfüllen, wenn sie sie auchin vielen Stücken äußerlich erfüllen. Za wie Vielen unteruns wird es ihr Gewissen sagen, wenn sie es reden las-sen, daß sie das Gegentheil von dem gethan, was in un-ferm Text den Christen als Pflicht vorgeschrieben wird, daßsie als Knechte und Mägde den schuldigen Gehorsam undFleiß, die schuldige Ehrfurcht, Liebe, Treue und Dienst-fertigkcit nicht.erwiesen, sondern ungehorsam, widerspenstig,lieblos, verleumderisch, träg, untreu, ungerecht und undankbargewesenz dnß sie als Herren und Frauen nicht gerecht, bil-lig, treu und sorgsam für das leibliche und geistliche Wohlihrer Dienstboten, sondern ungerecht, unbillig, hart, stolzund trotzig gewesen sind, und im Zank und Zorn mit Schelt-worten, Drohungen und Fluchen um sich geworfen' haben.Denn so wie die Pflichten, die den Kindern und Aelternobliegen, sehr häufig versäumt werden und das Gegen-theil davon geschehet, so werden auch die Gebote Got-tes, welche die wechselseitigen Pflichten der Dienstbotenund Herrschaften vorschreiben, sehr häufig und frech über-treten. Laßt doch euer Gewissen darüber richten, eucheure Vergehungen gegen Gott und Menschen recht auf-decken, euch darüber beschämen und betrüben. Kommtmit eurer großen Sündenschuld und tiefem Verderben zuChristo, daß eure Sünden vergeben und eure Herzen ver-ändert, daß ihr mit Christo vereinigt werdet und Kraft be-kommet zu einem gottseligen Sinn und Wandel, um Christo,unserm Herrn im Himmel, in eurem Stand und Beruf zudienen. Achtet eure Versündigungen nicht gering und gehtnicht darin fort, damit sie euch nicht die ewige Verdamm-niß zuziehen, sondern wendet euch zu Jesu, klagt euch vor.ihm an und bittet ihn, daß er sie euch vergebe und euchseine Gerechtigkeit und feinen Geist schenke. Laßt es nichtbei guten Vorsätzen, euch zu bessern, bewenden, sondern ergebteuch Christo, dem Sünderheiland, mit eurem ganzen Ver-derben, daß er euch von der Schuld und Strafe, von der