gen den sie auch weit größere Verpflichtungen haben, alsihre Knechte gegen sie z der ihnen weit mehr gegeben hatund gibt, als sie ihren Knechten geben können, der auchunendlich höher über sie erhabeir ist, als sie über ihreKnechte, die ihnen im Wesentlichsten gleich sind, wenn siegleich ihnen wahre Christen sind. Gott hat sie im Acus-fern in einen höher» Stand gesetzt, nicht weil sie würdigerund besser waren, sondern weil er die verschiedenen Ständezum Wohl der menschlichen Gesellschaft nöthig erkannte.Ihre Vorzüge sind unverdiente Güte Gottes und berech-tigen sie nicht zum Stolz und Trotz, sondern verpflichtensie vielmehr zur Dankbarkeit und Demuth ^ sie sollen den-ken, dein Knecht könnte sein was du bist und du was er,behandle ihn darum so, wie du wolltest, daß er dich be-handelte, wenn du sein Knecht wärest. Der Herr hatauch als Herr keinen größern Werth vor Gott, wie seinKnecht; denn vor Gott gilt kein Ansehn der Person, son-dern ein jeder erlangt vor Gott seinen Werth dadurch,daß er sich in seinem Stand und Beruf als Christi Knechtbeträgt, mit Glaube und Liebe ihm anhängt, ihm gehor-chet und folget, vor ihm wandelt und fromm ist, ihmwohl zu gefallen und seinen Willen zu thun sich vonHerzen angelegen sein läßt- Möchte dies doch von unsAllen in allen verschiedenen Ständen geschehen!
Anwendun g.
Heil dem, der so gesinnt ist, so Christo lebt unddient, er sei Herr oder Knecht! Unglücklich, unselig hin-gegen, die dieses nicht thun, sich Christo nicht mit Leibund Seele zum Eigenthum ergeben, sein Wort nicht zurRichtschnur ihres Sinnes und Wandels machen, ihm nichtdienen und leben! Denn wir müßen alle offenbar werden'vor seinem Richterstuhle.
Wie viele Knechte und Mägde, Herren und Frauenwerden unter uns sein, die cs, wenn sie über sich nach-