n. T h e i l.
Laßt uns nun auch sehen, was der Apostel christli»chcn Herren und Frauen am Schluß unsers Textes vor»schreibt. Und ihr Herren, sagt er, thut auch das»selbige gegen sie, und laßt das Drohen, undwisset, daß auch euer Herr im Himmel ist, undist bei ihm kein Ansehen der Person.
Herren und Frauen haben auch Verpflichtungen gegenihre Knechte und Mägde, gegen Alle, die ihnen untergebensind und dienen. Sie sind ihnen den gebührenden undversprochenen Lohn, gesunde Nahrung, Speise und Trank,liebreiche, billige und gerechte Behandlung, ein gutes Bei»spiel, Sorge für ihre leibliche und geistliche Wohlfahrtschuldig. Diese ihre Pflichten mäßen sie so wohl mit Ge»wissenhaftigkeit, Treue und Gottesfurcht erfüllen, als auchdie Knechte und Mägde die ihrigen, um ihnen dasJoch, dem sie sich freiwillig unterzogen haben, so leicht alsmöglich zu machen. Ihr Herren, thut auch dassel»be gegen sie, schreibt daher Paulus. Sie mäßen sichhüten, daß sie ihnen nicht zu geringen Lohn geben oder et»was von dem Versprochenen unter nichtigem Vorwandentziehen u,nd dadurch untreu gegen sie werden, damitder Arbeiter Lohn nicht wieder sie schreie. Sind ihreDienstboten besonders treu und fleißig, thun sie mehr, alsmit Recht von ihnen erwartet werden kann, so sind sieauch verpflichtet, dieses zu erkennen und zu vergelten. Dennweil ein Arbeiter seines Lohnes werth ist, so verdient einfleißiger und treuer auch mehr als ein andrer. Sie mäßennicht zu viel von ihnen fordern, noch ihnen zu schwere Ar»beit auflegen, viel weniger ihnen etwas gerieten und zu»muthen, das sündlich und ihrer Seele schädlich ist, son»dern sie vielmehr vor der Sünde warnen, zum Guten er»mahnen und ihnen mit ihrem Beispiel darin Vorgehen. —Sie mäßen ihnen Zeit geben, Gottes Wort zu lesen und zuhören, den Tag des Herrn zu heiligen und dem ösfent»