tern und die Pflichten der Aeltern gegen ihre Kinder por-getragen hatte: so kommt er in nnserm Texte auf die
wechselseitigen Pflichten der Dienstboten und Herrschaften,und lehrt, wie sich dieselben in ihrem Stande als wahreChristen betragen, dem Namen und der Lehre Jesu, diesie bekennen, Ehre machen, die Wohlfahrt des häuslichenLebens befördern und damit zugleich ihr ewiges Heil be-gründen sollen. Er trägt diese Pflichten so vor, daß seinWortrag für alle übrigen Stände lehrreich ist und ein jederdaraus lernen kann, wie er in allen Umständen Christodienen und alle seine irdischen Beschäftigungen zu einemGottesdienst machen könne und müße. Wenn daher un-sere Textesworte auch zunächst eine Vorschrift für Dienst-boten und Herrschaften enthalten, die einen wichtigenTheil der häuslichen und bürgerlichen Gesellschaft aus-machen: so sind sie doch auch für alle andren Christenbelehrend und erbauend, verdienen unser aller Aufmerksam-keit und Beherzigung. Wie gesegnet wäre diese Betrach-tung, wenn durch dieselbe der unchristliche Sinn undWandel der Knechte und Herrn, der Mägde und Frauen,worüber so viel geklagt und mit Grund geklagt wird,vermindert, hingegen das pflichtmäßige, christliche, gottge-fällige Betragen in diesen wichtigen Ständen befördertund vermehrt würde. Dazu begleite sie der Herr mitden Gnadenwirkungen seines Geistes! Mit diesem Wunschbetrachten wir:
I. Den heilsamen Unterricht, den Paulus den Knechtenund Mägden in dem ersten Theil unsers Textes er-theilt.
II. Die Vorschrift die er den Herren und Frauen imandern Theil desselben giebt.
r. Theil.
Wenn der Apostel im Anfang unsers Textes sagt:»Ihr Knechte, seid gehorsam euren leiblichenZerren,« so versteht er unter den Knechten auch die