Druckschrift 
1 (1828)
Entstehung
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D i n g L ri g.

Ps. 16, 8. »Ich habe den Herrn allezeit vor Angen.«

Ilnser Heiland, der Herzog unsrer Seligkeit, der uns einVorbild hinterlassen hat, daß wir Nachfolgen sollen seinenFußstapfen, dessen Geist und Sinn wir haben müßen, wennwir sein Eigenthum sein wollen z sagt in dem i6. Ps., dem8. Vs., worin er durch den prophetischen Geist redendeingeführt wird, von sich: Ich habe den Herrn allezeitvor Äugen. Die Geschichte seines Lebens auf Erden lehrtuns auch, daß er diesen Gottergebenen Sinn, diese gänz»-liche Abhängigkeit von seinem himmlischen Vater als Menschbis zu seinem Ende standhaft ausgeübt habe.

Diese wenigen Worte: Ich habe den Herrn allezeit vorAugen, enthalten sehr viel.

1) Zuvörderst will Jesus damit sagen, daß er sich Gott,seinen himmlischen Vater, überall nahe und gegenwärtigvorstelle, seiner allezeit eingedenk bleibe, Alles mit ihm an»fange und in steter Zukehrung seines Herzens zu ihm le»ben. Darum konnte er auch zu seinen Jüngern sagenJoh. i6: Ich bin nicht allein, denn der Vater ist beimir.

2 ) Für's andre will er damit zu erkennen geben, daßer die Ehre und Verherrlichung seines Vaters, den Ge»nuß seiner Gemeinschaft und Liebe zu seinem Hauptzielgemacht habe, woraus er sein Auge richte. Er suchtedarum auch nicht seine Ehre, sondern die Ehre dessen, derihn gesandt hatte, bekümmerte sich nicht um die Gunst derMenschen, sondern um das Wohlgefallen seines himmlischen