Druckschrift 
1 (1828)
Entstehung
Seite
27
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Herr öffne unsere Ohren und Herzen für diese heilsameWarnung und Ermahnung, lehre sie uns recht einschcnund treulich befolgen! Mit diesem Wunsche betrachten wir

I. Die Warnung des Apostels.

II. Seine Ermahnung.

i. Th eil.

Die Warnung des Apostels ist in den Worten enthal-ten: Ihr Väter, reizet eure Kinder nicht zumZorn. Paulus nennt hier die Väter, weil sie dieHäupter in den Familien sind, und versteht darunter dieMütter zugleich. Beide mäßen sich die gottgefällige Er-ziehung der Kinder nicht allein von Herzen angelegen seinlassen, sondern sich auch darüber unterreden und verständi-gen, beide sich dabei von Gottes Wort und Geist regierenlassen. Denn es macht üble Eindrücke auf die 'Kinderund hat schädliche Folgen, wenn der eine ihnen erlaubt,was der andre verbietet, der eine gut heißt, was der an-dre mißbilligt, wenn der eine sich vor dem andern her dieLiebe und Zuneigung der Kinder durch unweise und unzei-tige Nachgiebigkeit und Gefälligkeit verschaffen will. Bei-de Aeltern mäßen sich in der Erziehung ihrer Kinder ei-nig sein und sich in gleicher Achtung bei ihnen zu erhal-ten suchen.

Um sich aber die gehörige Achtung und Liebe bei denKindern zu verschaffen und zu erhalten, mäßen sie diesel-ben nicht ohne Noch zum Zorn reizen. Ihr Väter, rei-zet eure Kinder nicht zum Zorn, sagt daher Pau-lus im Anfang unsres Textes. Um diese Worte des Apo-stels recht zu verstehen, mäßen wir zuerst bedenken, waser nicht damit sagen wolle, und dann, was er damit sagenwolle.

Cr will nicht damit sagen: vermeidet Alles, was eurenKindern unangenehm ist, was sie aufbringen und zum Zornreizen konnte. Gebt ihnen Alles, was sie haben wollen,