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las man nicht mehr den Ausdruck der Rachsucht; ihre langengelben Haare flogen nicht mehr aufgelöst um ihre Schultern,sondern waren geheimnißvoll mit Eichenlaub und Mistelnverflochten; vor Allem aber lag ihre rechte Hand anmuthigunter ihrem Mantel, und es war eine unverstümmelte, unbe-fleckte und schön gebildete Hand, welche die der Eveline drückte.Doch durchfuhr sie ungeachtet dieser Freundschaftsbeweise eingewisser Schauder, als die Gestalt zu wiederholen oder zusingen schien:
AIS Gattin Wittwe, und als Mädchen GattinVerlobt, verrathe» und Verratherin.
Nun ist erfüllt der ganze Sin»;
Wanda'S Leiden sind gerochen.
Und Verzeihung dir versprochen.
Sie neigte sich nieder, als wollte sie Evelinen küssen, die indiesem Augenblicke aufschrak und erwachte- Ihre Hand wardwirklich von einer andern gedrückt, die eben so rein und weißwar, als die Ihrige. Die blauen Augen und das schöneHaar eines lieblichen weiblichen Gesichts mit halbvcrschleier-tcm Busen und aufgelösten Locken, näherte ihre Lippen denender liebenswürdigen Schläferin in dem Augenblicke ihres Er-wachens; allein cs war Rosa, in deren Armen Eveline sichbefand, und die ihr Gesicht mit Thränen benetzte, als sie eSin der Fülle ihrer Zuneigung mit Küssen bedeckte.
«Was bedeutet das? Rosa," sagte Eveline. „Gott sei ge-dankt, daß du mir wieder gegeben bist! — Allein was be-deuten diese Thränen?"
„Laßt mich weinen, laßt mich weinen," sagte Rosa, „esist schon lange, daß ich vor Freuden geweint habe und lange,hoffe ich, wird eS währen, bis ich wieder vor Kummer wei-nen werde. Es sind Nachrichten aus 6sräe ckoloureu8e ange-