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Neunundzwanzigstes Kapitel.
Julie--mein tapfrer Herr,
Ihr seid Gefangener hier — doch sollt Ihr finden,
Daß Eures Kerkers Freuden siegend buhlenMit allen Wonnen, die ihr, frei, gekannt.
Noderick — zu lange, Schönste, tändelten wir hier;
II», deiner Wangen Nofen blüh'n zu sehen,
Ließ meine Lorbeer» ich hinwelken.
AlteS Schauspiel.
In Trauergewänder gehüllt, deren Schnitt vielleichtmatronenmäßiger war, als es ihrer Jugend geziemte, undohne allen Schmuck, ihren Rosenkranz ausgenommen, erfülltenun Eveline die Pflicht, ihren verwundeten Befreier zu be-suchen, — eine Pflicht, welche die Etikette jener Zeit nichtnur erlaubte, sondern auch ernstlich gebot. Rosa und DameGillian begleiteten sie- Margerep, deren Element eine Kran-kenstube war, hatte man bereits nach dem Gemache des jun-gen Ritters abgeschickt, um ihm alle Dienste zu leisten, dieseine Lage erforderte.
Leichten Trittes, als fürchtete sie, den Kranken zu stören,trat Eveline in das Zimmer. Sie blieb an der Thüre stehen,und warf einen Blick ringsumher. Das Gemach war ehedemdas Zimmer ihres Vaters gewesen, und seit seinem gewalt-samen Tode hatte sie es nicht mehr betreten. An den Wän-den umher hing ein Theil seiner Waffen und Rüstungen nebstverschiedenartigem Jagdgeräthe. Diese Reliquien führten ihrerEinbildungskraft den alten Sir Raymond, so zu sagen, inleibhafter Gestalt vor. „Runzle die Stirne nicht, mein Vater,"