Druckschrift 
24 (1852) Die Verlobten
Entstehung
Seite
349
Einzelbild herunterladen
 

349

oder handelt nicht, mir gilt es gleich der Mann wird nichtauf Euch warten der Seneschall von Malpas und derwalliser Lord von Dinevawr haben ihm gute Anerbietungengemacht'

Ich komme, ich komme," sagte Raoul, der die Nothwen-digkcit fühlte, diese Gelegenheit zur Verbesserung seiner Falk-nerei zu benützen. Er eilte daher zu dem Thore, wo er denKaufmann traf, den ein Diener begleitete, der in abgeson-derten Käfigen die drei zum Verkaufe angebotenen Falkenhatte.

Der erste Blick überzeugte Raoul, daß fie zu der bestenGattung in Europa gehörten, und daß fie, falls fie sorgfältigabgerichtet seien, selbst die Zierde eines königlichen Falken-zwingers sein würden. Der Kaufmann ermangelte nicht, sichlang und breit über alle ihre Vorzüge auszulaffen; er priesdie Breite ihrer Schultern, die Kraft ihres Schweifes, ihregroßen und stolzen schwarzen Augen, die Kühnheit, mit derfie die Nähe der Fremden ertrugen, und die Lebendigkeit undKraft, mit der fie ihre Federn putzten und sich schüttelten-Ferner schwatzte er viel über die Schwierigkeit und Gefahr,mit der man fie vom Felsen von Namsey holen mußte, aufdem fie gehegt wurden, und der ein Forst war, welcher selbstan den Küsten Norwegens Seinesgleichen nicht hatte. Raoulgab sich den Anschein, als ob alle diese Anpreisungen wenigEindruck auf ihn machten.Freund Kaufmann," sagte er,ich verstehe mich so gut auf einen Falken, als du, und ichwill nicht läugnen, daß die deinigen sehr schön sind, alleinwenn fie nicht sorgfältig gezähmt und abgerichtet sind, sowollte ich lieber einen Taubcnfalken auf meiner Stange ha-ben, als den schönsten Geierfalken, der je sich in die Lufterhob."