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24 (1852) Die Verlobten
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strenger Wache und Aufmerksamkeit verpflichtete, so wurdedoch auch der walliser Barde mit seiner großen, mit Pferdc-haaren bezogenen Harfe eingelassen, um mehr Mannigfaltig-keit in die Gleichförmigkeit ihres einsamen Lebens zu bringen.Allein diese Ergötzungen und die regelmäßige Erfüllung derreligiösen Pflichten in der Kapelle abgerechnet, war'S unmög-lich, daß eines Menschen Leben in einer lästiger» Eintönigkeithinschleichen konnte, als auf der Burg kaills ckoloureiise. Seitdem Tode ihres braven Eigenthümers, der sich ebensowohldurch seine gastliche und freundschaftliche Bewirthung, alsdurch seine strengen Begriffe von Ehre und seine ritterlichenThaten auszeichnete, hätte cs scheinen können, als ob dieDüsterheit eines Klosters die alte Behausung Napmond Ve-rengers umhüllte, hätte ihr nicht die Gegenwart so vieler be-waffneter Hüter, die feierlich auf den Zinnen umherschrittcn,vielmehr das Ansehen eines Staatsgefängniffes gegeben. All-mählig ging auch auf die Gemüthsstimmung der Bewohnerrin Theil der Düsterheit ihres Wohnortes über.

Besonders fühlte Evelinens Seele eine gewisse Niederge-schlagenheit, der ihr sonst so lebhaftes Temperament durchausnicht zu widerstehen vermochte, und als ihr Nachsinnen ernst-hafterer Art wurde, so wandte sie sich jener ruhigen Beschau-ung zu, die so oft mit einer feurigen und schwärmerischen Ge-inüthsart vereinigt ist. Tief sann sie über die früheren Vor-fälle ihres Lebens nach; auch darf man sich nicht wundern,daß ihre Gedanken bloß auf die zwei verschiedenen Perioden,in denen sie eine übernatürliche Erscheinung gesehen oder we-nigstens zu sehen geglaubt hatte, zurückkehrten- Dann schienkS ihr zuweilen, als ob eine gute und böse Macht sich umdie Herrschaft über ihr Schicksal stritten.

Die Einsamkeit begünstigt das Gefühl unserer eigenen