es wirklich Hugo von Lacy sein, der Spiegel der anglo-nor-männischen Ritterschaft, dessen Seele solche Gedanken erzeugen,dessen Mund solche Worte aussprechen kann?"
»Mylord, Schmeichelei und schöne Worte, mit Hohn undDorwursen geziemend vermischt," antwortete der Constabelerrölhend und sich in die Lippen beißend, „mögt Ihr bei An-dern zur Erreichung Eurer Plane anwenden; allein ich binzu fester Sinnesart, als daß ich mich durch Schmeicheleienoder Stachclreden zu wichtigen Maaßregeln verleiten ließe;gebt daher dieses scheinbare Erstaunen auf, und glaubt mir,daß der Charakter Hugo von Lacy's, mag er nun in's heiligeLand ziehen, oder zu Hause bleiben, in Hinsicht des Muiheseben so untadelhaft bleiben wird, als der Charakter des Erz-bischofs Baldwin in Hinsicht der Heiligkeit."
„Möge er weit höher stehen," sagte der Erzbischof, „alsder Ruf, mit dem Ihr ihn zu vergleichen geruht! allein eineFlamme kann so gut ausgclöscht werden als ein Funke; undich sage dem Constabel von Chester, daß der Ruhm, der schonso viele Jahre auf seinem Banner gethront hat, in einemAugenblicke unwiderruflich von demselben entfliehen kann?"
„Wer wagt cs, so zu sprechen?" sagte der Constabel, ängst-lich für die Ehre besorgt, um derentwillen er so viele Ge-fahren bestanden hatte.
„Ein Freund," sagte der Prälat, „dessen Streiche alsWohlthaten ausgenommen werden sollten. Ihr sprecht vonLohn und Bezahlung, Herr Constabel, als ob Ihr noch aufdem Markte stündet und die Macht hättet, über die Be-dingungen Eures Dienstes zu schächern. Ich sage Euch, Ihrseid nicht mehr Euer eigener Herr. — Ihr seid vermöge desgesegneten Zeichens, das Ihr freiwillig genommen habt, derKrieger Gottes; auch könnt Ihr nicht von Eurer Fahne ent-