Reiter im Schloß-ofe erschienen, der, gleich Andern vomPferde steigend, sein Roß der Aufsicht eines Stallmeistersübergab, dessen Anzug von Stickerei glänzte.
„Beim heiligen Hubert! ein wackerer Reiter, und einvestrier (Handpferd) für einen Grafen!" rief Raoul auS;„und noch dazu des Constabels Livreen — und doch kenne ichden galanten Herrn nicht."
„Allein ich kenne ihn, es ist Randal von Lacy, des Con-stabelü Vetter, und ein so trefflicher Mann, als nur je Einer,der diesen Namen trug."
„O, beim heiligen Hubert! ich habe von ihm gehört —die Leute sagen, er sei ein Schmauser, ein Zänker und einVerschwender seiner Güter." ,
„Die Leute *) lügen zuweilen," sagte Gillian trocken.
„Und die Weiber auch," crwiederte Raoul, — wie! ichglaube, er hat dir so eben gewinkt."
„Dieses dein rechtes Auge hat nie mehr richtig gesehen,seit unser guter Herr — die heilige Maria sei ihm gnädig —dir ein Weinglas in's Gesicht warf, weil du allzukühn in seinGesellschaftszimmer eindrangst."
Als ob er sie nicht höre, sagte Raoul: „ich wundere mich,daß jener Raufbold hierher kommt. Er stand, wie ich gehörthabe, im Verdachte, dem Constabel nach dem Leben getrachtetzu haben, auch sollen sie seit fünf Jahren einander nicht mehrgesprochen haben."
») Illnn pl. men heißt im Englischen sowohl Männer, als Leute;hier ist es in diesem doppelten Sinne genommen. Dome Gillion ver-bindet damit den Begriff .Leute", Naoul aber in seiner Antwort denBegriff Männer. I», Deutschen kann natürlich dieses Worispiel nichtvachgeahmt werden. Anm. d. Hebers.