sei ihm gnädig — meine carmoifinrothe Busenschleife für eineGichtrose hielt."
»3«, ja," sagte der Jäger, „ich erinnere mich, daß unseralter Herr manchmal solche Fehlgriffe that — Unsere Frausei ihm gnädig — der beste Hund schlägt manchmal die falscheFährte ein."
„Und wie konntest du es, theuerster Raoul," sagte seineEhehälfte, „über'S Herz bringen, das Weib deines Herzens solange ohne ein neues Mieder unter den Leuten wandeln zulassen."
„Wie? hast du nicht eines von unserer jungen Gebieterinerhalten, an dem sich eine Gräfin nicht schämen dürfte," sagteRaoul, dessen einträchtige Gemüthsstimmung durch die Be-rührung dieser Saite einen derben Schlag erlitten hatte, „wieviele Mieder willst du denn haben?"
„Nur zwei, lieber Raoul; nur so viel, daß die Leute dasAlter ihrer Kinder nicht nach der Zeit berechnen können, inder Dame Gillian ihr letztes neues Kleid erhalten hat."
„Gut, gut — es ist schlimm, daß man nicht ein einzigesMal guter Laune sein kann, ohne gleich dafür bezahlen zumüssen. Allein du sollst ein neues Kleid bis auf Michaelishaben, wo ich die Bockshäute verkaufe. Die bloßen Hörnerwerden dieses Jahr ein hübsches Sümmchen einbrtngcn.
„Za, ja, Mann," sagte Gillian, „ich sagte dir immer, dieHörner würden auf einem guten Jahrmärkte so viel gelten,als das Fell selbst."
Raoul kehrte sich schnell um, als ob ihn eine Wespe ge-stochen hätte, und es ist nicht leicht zu errathen, was er aufdiese dem Anscheine nach unschuldige Bemerkung geantwortethaben würde, wäre nicht in diesem Augenblicke ein zierlicher
Die Verlobten. 17