25 «
— und denkt nicht ungünstiger von mir, weil ich einige Mi-nuten lang den Lauf Eurer glücklichen Gedanken unterbrochenHabe, um Euch die Kenntniß meines Unglücks aufzudringen."
„Bleibt, Herr!" sagte Eveline, durch den Ton und dasBenehmen des edlen Bittenden gerührt. „Ihr sollt nicht sa-gen können, daß Ihr Evelinen Verenger Euer Unglück geklagtHabt, ohne von ihr die Hülfe zu erlangen, die sie zu gewäh-ren im Stande war. Ich will Euer Gesuch dem Constabelvon Chester vortragen."
„Ihr müßt noch mehr thun, wenn Ihr mir wirklich bei-stehen wollt," sagte Randal von Lac», „Ihr müßt dieses Ge-such zu Eurem eigenen machen. Ihr wißt nicht," sagte er,sie fortwährend fest und ausdrucksvoll anblickend, „wie schweres ist, den einmal gefaßten Entschluß eines de Lacy zu ändern
— in zwölf Monaten werdet Ihr ohne Zweifel mit dem festenGewebe unserer Entschließungen besser bekannt sein. Alleinwas vermag gegenwärtig Eurem Wunsche zu widerstehen, so-bald Ihr ihn auszusprechen die Güte haben wollt?"
„Wenn mein gutes Wort und meine guten Wünsche etwasvermögen, Sir," entgegnete Eveline, „so wird Eure Bittenicht umsonst sein; allein Ihr müßt nicht vergessen, daß ihrErfolg oder ihr Fehlschlagcn von dem Constabel selbst ab-hängt."
Randal von Lacy verabschiedete sich mit derselben tiefenEhrerbietung, die seinen Eintritt bezeichnet hatte, nur daß erdießmal, statt den Saum von Evelinens Gewände zu küssen,ihre Hand mit seinen Lippen berührte. Sie sah ihn mit ge-mischten Empfindungen, unter denen das Mitleid die vorherr-schende war, sich entfernen; gleichwohl aber lag in seinenKlagen über des ConflabclS unfreundliches Betragen gegenihn etwas Beleidigendes, und das Geständniß seiner Thorhei-