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24 (1852) Die Verlobten
Entstehung
Seite
225
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And suchen Ersatz für den Schlaf, den sie durch mitternächt-liche Störungen verloren haben?"

Rosa berichtete, daß ihr Gefolge bereits im Hofe zuPferde sitze. Eveline suchte nun mit einer flüchtigen Verbeu-gung an ihrer Verwandten vorbeizugehen und das Gemachohne weitere Umstände zu verlassen. Allein Ermengarde tratihr im ersten Augenblicke mit einem grimmigen und wüthen-den Blicke entgegen, der eine Seele zu verrathcn schien, diemit größerer Wuth erfüllt war, als das spärliche Blut unddie starren Züge des hohen Alters auszudrücken vermochten;ja sie erhob sogar ihren Stab von Ebenholz, und schien imBegriff zu sein, zu einem Akte persönlicher Gewaltthätigkeitzu schreiten. Allein plötzlich veränderte sie ihren Entschluß,und machte Evelinen Platz, die nun ohne weitere Worte hin-wegcilte. Während sie die Treppe, die von dem Gemache inden Thorweg führte, hinunterstieg, hörte sie die Stimme ihrerTante hinter sich, die gleich einer alten und erzürnten Si-bylle, Weh' und Unglück über ihre Unbescheidenheit und ihrenUebermuth herabrief.

Stolz," rief sie aus,kommt vor dem Falle Sie,welche das Haus ihrer Vorfahren verschmäht ein Steinseiner Zinnen soll sie zerschmettern. Sie, die der grauenHaare einer Verwandten spottet nie soll das Alter eineihrer Locken versilbern. Sie, die einen Mann des Kriegsund des Blutes heirathet ruhelos und blutig sei ihrEnde."

Diesen und ähnlichen Verwünschungen zu entgehen, stürzteEveline hastig aus dem Hause, bestieg ihren Zelter mit derEile eines Flüchtlings und sprengte, umgeben von ihren Be-gleitern, auf die ein Theil ihrer Bestürzung übergegangcnwar, ob sie schon den Grund davon nicht erriethen, rasch inPie Verlobten. 15