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lieb sei, in das Vorzimmer zuröckzuzichen, wo die Betten be-reit seien, und wenn auch nicht der Ruhe, doch wenigstensder Stille und dem Gebete nachzuhängen; allein das treueflamändische Mädchen achtete ihre Aufforderungen nicht undwiderstand ihren Befehlen.
„Sprecht mir nicht von Gefahr," sagte sie; „hier bleibesch, damit ich wenigstens Zeuge der Gefahr meiner Gebieterinsein kann, und wehe denen, die ihr ein Leid zufügen! — Be-denkt, daß zwanzig normännische Sperre diese ungastlicheWohnung umringen, und bereit sind, jede Kränkung zurächen, die der Tochter Rapmond Verengers zugesügt wor-den ist."
„Spare deine Drohungen für diejenigen, welche sterblichfind," sagte Berwine mit leisem aber durchdringenden Flü-stern ; „der Eigenthnmer jenes Zimmers fürchtet sie nicht. —Lebe wohl — deine Gefahr komme über dein eigenes Haupt."
Sie entfernte sich, Rosa in sonderbarer Bewegung überdas Vorgefallcne, und durch ihre letzten Worte etwas er-schreckt, zurücklassend. „Diese Sachsen," sagte das Mädchenbei sich selbst, „sind, Alles genau überlegt, nur -alb bekehrt,und halten noch an manchen ihrer alten höllischen Gebräuche,hinsichtlich der Anbetung der Elementargeister. Selbst ihreHeiligen sind den Heiligen aller christlicher Länder unähnlich,und haben, so zu sagen, einen Anstrich von Wildheit undTeufelmäßigkcit. Es hat etwas Furchtbares, allein hier zusein — und eine tiefe Todtenstille herrscht in dem Gemache,das meine Gebieterin so sonderbarerweise zu betreten gezwun-gen worden ist. Soll ich Dame Gillian aufwccken? — dochnein! sie hat weder Verstand, noch Muth, noch Grundsätze,um mir bei einer solchen Gelegenheit behülflich zu sein, —besser allein, als einen falschen Freund neben sich zu haben-Die Verlobten. 14