Druckschrift 
24 (1852) Die Verlobten
Entstehung
Seite
186
Einzelbild herunterladen
 

186

aufmuntcrte, ihr zur Seite zu bleiben, so gab sie ihm dochauch auf keinerlei Weise zu verstehen, daß ihr seine Gegen-wart unangenehm sei. De Lacy, der kein feuriger Liebhaberwar, obwohl ihn die Schönheit und die liebenswürdigen Ei-genschaften der reizenden Waise einigermaßen bezaubert hatten,begnügte sich damit, daß er als Gefährte geduldet wurde undsuchte die ihm durch diese Vertraulichkeit dargebotene Gelegen-heit keineswegs dazu zu benützen, auf den am vergangenenTage besprochenen Gegenstand zurückzukommcn.

Um Mittag wurde in einem kleinen Dorfe Halt gemacht.Derselbe Fürsorger hatte daselbst Anstalten zur Bequemlich-keit der Reisenden, besonders aber der Lady Eveline, getrof-fen; allein was die Lady ein wenig befremdete, war der Um-stand, daß der junge Damian selbst unsichtbar blieb. DieUnterhaltung des Constabel von Chester war ohne Zweifelim höchsten Grade belehrend; allein in Evelinens Jahren istein Mädchen wohl zu entschuldigen, wenn es sich eine Ver-größerung der Gesellschaft in der Person eines jünger» undminder ernsten Begleiters wünscht; und wenn sich die Ladyan die Regelmäßigkeit erinnerte, mit der ihr Damian Lacybisher seine Aufwartung gemacht hatte, so wunderte sie sichnicht wenig über seine fortwährende Abwesenheit. Allein dieBetrachtung, die sie hierüber anstelltc, war nicht ernster undtiefer, als der flüchtige Gedanke eines Menschen, den die Ge-sellschaft, in der er sich befindet, nicht in einem so hohen Gradeergötzt, daß er glaubte, sie sei keiner angenehmen Beigabemehr fähig. Geduldig hörte sie eben den Bericht an, denihr der Constabel von der Abkunst und dem Stammbaumeeines edlen Ritters aus der ausgezeichneten Familie Herbert,in dessen Schloß er zu übernachten im Sinne hatte, abstattete.