Druckschrift 
24 (1852) Die Verlobten
Entstehung
Seite
184
Einzelbild herunterladen
 

Koch durch die Feinheit und Ueberlegenheit seiner Kunst vonden rauhen Speisen der Sachsen und der ärmlichen Einfach-heit der walliser Tische möglichst zu unterscheiden gesucht hatte.Eine Quelle, die in einiger Entfernung unter einem großenbemoosten Steine hervorquillte, erquickte das Ohr durch ihrRieseln und den Gaumen durch ihren reinen Crpstall. Zugleicher Zeit bildete sie eine Cistcrne zum Abkühlcn einigerFlaschen Gaskogner- und Hippocras-Wein (Würzwein), diezu dieser Zeit ein nothwendiges Zubehör des Frühstücks waren.

Als Eveline mit Rosa, dem Beichtvater, und in einerweitern Entfernung mit ihrer Amme an diesem ländlichenMahle saß, und die Blätter der Eiche, von einem sanftenZcphirhauche geschaukelt, rauschten, das Wasser im Hintergründe'rieselte, die Vögel rings umher zwitscherten, während diehalbgehörten Töne einer Unterredung und eines lauten Ge-lächters die Nähe ihrer Schutzwache verkündeten, so konntesie sich nicht enthalten, dem Constabel einige ungekünstelteComplimente wegen der glücklichen Auswahl dieses Ruheortcszu machen.

Ihr laßt mir zu viel Gerechtigkeit widerfahren," ant-wortete der Baron;der Platz ist von meinem Neffen aus-erlesen worden, der eine Phantasie wie ein Minstrel hat.Ich für meine Person bin wenig geeignet, solche Dinge aus-zufinnen."

Rosa faßte ihre Gebieterin fest in's Auge, als wollte sieihr in's Innerste des Herzens schauen; allein Eveline ant-wortete mit der größten Unbefangenheit:Und warumhat der edle Damian nicht länger hier verweilt, um uns beidem Mahle, das er uns bereitet hat, Gesellschaft zu leisten?"

Er zieht es," sagte der Baron,vor, mit einem Truppleichter Reiterei vorauszureiten; denn obgleich jetzt keine