ich mich befinde, und was meine Pflicht von mir fordert;allein statt mir das Opfer, das ich bringen muß, zu erleich-tern, erschwerst du es mir "
»Ich wollte, ich hätte Einfluß genug," sagte Rosa, «umEuch den Weg zu weisen; Ihr würdet ihn angenehm finden;ja, und zudem würde er noch der rechtliche und der geradesein."
„Wie meinst du das, Mädchen?" sagte Eveline.
„Ich würde Euch," antwortete Rosa, „rathen, die Auf-munterung, — ich möchte fast sagen, die Einwilligung, dieIhr jenem stolzen Baron gewährt habt, zu widerrufen. Erist zu groß und mächtig, um geliebt zu werden, — zu stolzund hochmüthig, um Euch zu lieben, wie Ihr es verdient.Wenn Ihr ihn heirathet, so heirathet ihr vergoldetes Elend,und vielleicht sowohl Unehre als Mißvergnügen."
„Erinnere dich an die Dienste, die er uns geleistet hat."
„An seine Dienste?" rief Rosa aus. „Es ist wahr, erwagte sein Leben für uns: allein das that jeder seiner Krie-ger. Und bin ich verpflichtet, jeden rauhen Bengel zu hei-rathen, weil er focht, als die Trompete blies? Ich möchtedoch auch gerne wissen, was ihr vevoir, wie sie es nennen,für einen Sinn hat, wenn sie sich nicht schämen, bloß dafür,daß sie gegen ein bedrängtes und hülfloses Geschöpf die Pflichteines Edelmanns erfüllt haben, den höchsten Preis zu fordern,den ein weibliches Wesen verleihen kann. Eines Edelmannssagte ich? — Ja, der rohste Bauer in Flandern, der bei ei-ner solchen Gelegenheit Menschenpflicht geübt hätte, würdekeine Belohnung erwarten."
„Allein meines Vaters Wünsche?"
„Sie richteten sich ohne Zweifel nach der Neigung einerTochter. Ich will meinem verewigten edlen Herrn — (Gott