Druckschrift 
24 (1852) Die Verlobten
Entstehung
Seite
28
Einzelbild herunterladen
 

28

Warte nur noch ein Weilchen," entgcgnete sein Gefährte,bis die normannische Heirath vollzogen ist. Die Beute,welche wir alsdann den sächsischen Flegeln werden abjagenkönnen, wird so karg sein, daß wir uns glücklich schätzen wer-den, wenn wir nur, gleich hungrigen Hunden, die Knochenselbst verschlingen dürfen."

Gwenwyn hörte nichts weiter von ihrer Unterhaltung;allein dies Wenige reichte hin, um seinen Stolz als Kriegerund seine Besorgniß als Fürst zu erwecken. Es war ihmnicht unbekannt, daß das Volk, über welches er herrschte,wankclmüthig in seinen Neigungen, dauernder Ruhe abhold»und voll Haß gegen seine Nachbarn war; er fürchtete daher,aus der Unthätigkeit, in die sie ein langer Waffenstill-stand versetzen mußte, möchten schlimme Folgen entspringen.Jedoch war der Wurf einmal gewagt, und eine außergewöhn-liche Freigebigkeit und Pracht schien ihm das beste Mittelzur Wiedererlangung der schwankenden Liebe seiner Untertha-nen zu sein.

Ein Normann würde die barbarische Pracht eines Schmau-ses verachtet haben, der aus unzerlegt gebratenen Kühen undSchafen, und mit sammt der Haut gekochtem Ziegenfleischeund Wildpret bestand; denn die Normannen hielten mehr aufdie Qualität als auf die Quantität ihrer Speisen, und mehrgut als viel speisend, verspotteten fle den gröbcrn Geschmackder Britonen, odschon die letzten, bei ihren Gastereien mäßigerwaren, als die Sachsen; auch würden ihnen die Meere vonCrw '*) und Meth, die die Gäste gleich einer SündfluthLberströmten, eine schlechte Entschädigung für die feiner» und

*) Nationaloetränk des alten Britten.