Zweites Kapitel.
Ans Madoks Zelt das KriegSlied schallt;
Weit dringt der Klang mit rascher Macht,
Daß Thal und Hügel wiederhallt.
Doch wann kehrt heim der Sohn der Schlacht?Das Thal weicht deinem Machtgebot,
Du Friede! Sohn der ernsten Noth;
Und hüllt in düstre Trauer sich.
Walliier Lied.
Die Gastmahle der alten brittischen Fürsten boten ge-wöhnlich den ganzen rohen Glanz und die ausschweifendeGröße der Gastfreundschaft der Bergbewohner dar, und Gwen-wyn war cs bei dieser Gelegenheit sehr daran gelegen, sichdurch eine verschwenderische Freigebigkeit die Herzen seinerAntergebenen geneigt zu machen; denn er fühlte wohl, derBund, den er zu schließen gedenke, werde von seinen Unter-thanen und Anhängern zwar geduldet, keineswegs aber ge-billigt werden. Der folgende, an und für sich unbedeutendeVorfall bestätigte seine Besorgniß- Als er eines Abends beieinbrcchendem Dunkel an dem offenen Fenster einer Wacht-stube vorbeiging, in welcher sich stets einige seiner bestenKrieger befanden, die abwcchslungsweise seinen Palast be-wachten, so hörte er, wie Morgan, ein durch Kraft, Muthund Wildheit ausgezeichneter Kriegsmann, zu seinem Gefähr-ten, der mit ihm am Wachtfeuer saß, sagte: „Gwenwyn istzum Priester oder zum Weibe geworden. Wann, außer seiteinigen Monaten, war einer seiner Kriegsgefährten genöthigt,so sauber einen Knochen abzunagen, als ich jetzt mit demBissen, den ich in meiner Hand halte, thun muß?"