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11 (1847) Kleine Romane und Erzählungen : mit sechs Stahlstichen
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Gegen Mitternacht hob der Spuk an. Wingolf be-malte sein Gesicht mit weißer, leichenfarbiger Schminke,die er zu diesem Behuf in der Stadt gekauft hatte,und hüllte sich in das Bettlaken. So war der Geistfertig. Der Hauptmann führte ihn nach dem rechtenFlügel hinüber, gab ihm den Hauptschlüssel und bezcich-nete ihm genau die Wege, die er zu gehen hatte.

Mit Hülfe einer Blendlaterne wandelte die Spukgc-stalt durch eine Reihe öder Zimmer, und kam glücklichan's Schlafgemach des Herrn von Horneck. Sie öff-nete leise die Thür und trat an sein Bett. Er schliefso fest, daß sie ihn durch Zupfen an seiner Nachtmützewecken mußte.

Mit Schrecken fuhr er auf, that einen Schrei, schluggeschwind ein paar Kreuze, wühlte sich tief in die Bet-ten und stöhnte darunter hervor:Alle gute Geister lo-ben Gott den Herrn!"

Ich auch!" brummte das Gespenst, und sprachdann langsam, mit einer hohlen, dumpfen Stimme, fol-gende Worte:

Ich komm' aus tiefen Schlünde»Der duukcln Geisterweir.

Um Glück dir zu verkünden,

Hab' ich mich eingestellt.

Ich, Deine Ahnfrau, lebteVor grauen Zeilen hier,

In dieser Burg erstrebteIch Gold mit Heister Gier.

Doch was in fünfzig JahrenIch mühevoll erwarb,

Das hat kein Mensch erfahrenIch grub es ein und starb.