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das Dorf an? — Wir wohnen in gräflichen Zimmernund sehen hoch herab ins blühende Reich der schönenNatur."
„Nimmermehr! — Ich lasse mich in dieses Exil, indieses Sibirien nicht verweisen."
„Henriette, Deine Sprache setzt mich in Erstaunen!Du bist ja ganz verändert, ganz ausgetauscht! Wiekannst Du's über Dein empfindsames Herz bringen,das liebliche Land, das Paradies gefühlvoller Seelen,zu schelten? Wie kannst Du dich nur einen Augenblicksträuben, diese Lüstern, beklemmenden Mauern zu ver-lassen? Hier mußt Du Dich kümmerlich wenden unddrehen, um Deinen Freund, den Mond, aus den Lücke»enger Gassen zu begrüßen — dort erblickst Du ihn imganzen Umfang seiner Pracht, siehst ihn Fluren undHaine versilbern. — Hier lärmen und toben wilde Stra-ßcnbnbcn und betrunkener Pöbel — dort trillert dieNachtigall, dort zirpet das Heimchen. — Hier stinkenKloaken — dort düsten Veilchen und Rosen."
„Und dort" — fiel Henriette ärgerlich ein — „dortstirbt man vor langer Weile, und hier gewähren unsGesellschaften, Konzert und Schauspiel den angenehm-sten Zeitvertreib."
„Zeitvertreib!" — rief Honig: „Wenn ich nur die-ses fatale Wort nicht mehr hören sollte! — Ist denndie Zeit ei» Feind, den man immer vertreiben muß?Ich dächte, sie eilte von selbst schnell genug dahin!" —
Das war ein kluges und männliches Wort, wie esder gute Honig nur selten sprach. Die modischen Kla-gen über lange Weile, wodurch sich viele Herren undDamen, die einen überspannten Dünkel von sich haben,das vornehme 'Ansehen zu geben suchen, als ob nichts