Druckschrift 
11 (1847) Kleine Romane und Erzählungen : mit sechs Stahlstichen
Entstehung
Seite
257
Einzelbild herunterladen
 

-»§> 257 Wo-

nach, und sagte ihm, mit einem bedenklichen Rückblickauf den Sekretär, etwas in's Ohr.

Das geschah an der Thür der Kanzlei. Der Präsi-dent ging hinein, und erwartete den unrechtmäßigenInhaber seines Hutes auf der Hausflur.

Welcher bestürzende Anblick für diesen, als er jetztin's Kanzleihaus trat und den Präsidenten mit demgrimmigsten Gesichte gegen sich Fronte machen sah! Ersuchte das drohende Zorngewitter durch den tiefstenBückling seines Lebens zu zertheilen. Aber umsonst!Es schlug ein. Der Präsident erhob gegen ihn seineHand und warf ihm mit den Worten:Sie habenSich wohl meinen Hut auf den Schädel genagelt?"den Filz vom Kopfe.

Honigs Entsetzen denke sich der geneigte Leser selbst!Man würde sich nur seine Schande daran beschreiben.Es war ihm nicht anders, als ob ihm Hut und Kopfzugleich vor die Füße gelegt würde. Ganz zerknirscht,ganz zermalmt, ganz vernichtet stand er da, und warkeines Lautes fähig.

Der Verräther im Bortenrocke hob den Hut von derErde auf, und hielt ihn seinem Herrn zur Anerkennungseines Eigenthums vor die Augen.

Er ist's allerdings!" rief der Präsident.Zum Teu-fel! wie kommt der Herr zu meinem Hute?"

Der todtenbleiche Sekretär wollte antworten, undklappte die Lippen auf und zu, wie ein Fisch, der auftrocknem Lande nach Luft schnappt; er war aber nochnicht im Stande, ein vernehmliches Wort zu sprechen.

Antworten Sie mir;" fuhr ihn der Präsident hitzigan:Wie kommt dieser Hut, der mir vor acht Tagenim Park vom Kopfe gestohlen ward, auf den Ihrigen?"

Langbeines sämmrl. Schr. XV. Bd. 17