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11 (1847) Kleine Romane und Erzählungen : mit sechs Stahlstichen
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Seite
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mit abgewandtem Gesichte bei ihnen vorbei, und nahm,mit seinem Gefährten sprechend, die Miene der größtenVertraulichkeit an, um sich den beiden Frauenzimmernals Busenfreund des Fürstensohnes zu zeige».

Der Prinz (der keine weibliche Gestalt seiner Auf-merksamkeit entwischen ließ) heftete die Augen auf Pau-linen, die ihm vorher noch nie zu Gesicht gekommenwar und ihm sehr gefiel. Er bemerkte, daß sie imVorbeigehen die Augen niederschlug und ecrökhete.Ken-nen Sie das Mädchen?" fragte er hastig. Nein, sagteFeldheim, aber das Blut stieg ihm in die Wangen.Der Prinz lobte Paulinens Schönheit, und betheuertemit einem galanten Fluch, daß er sich auf der Stellein sie verliebt habe. Nun hielt der eitle Feloheim mitdem Geständnisse, daß er sie kenne, nicht länger hinterdem Berge, und erbot sich sogar auf die gefälligsteWeise zum Gclegenheitsmacher. Der Prinz, der in Lie-beshändeln kein Freund von vielen Umschweifen war,gab ihm mit Freuden den Auftrag, eine geheime Zu-sammenkunft bei der ihm aber nichts, was erwünschte, abgeschlagen werden dürfte zu veranstal-ten. Die Summe, die er zu diesem Vergnügen aus-setzke, war in der Thal fürstlich, und Feldheim zwei-felte keinen Augenblick, daß die arme Nähterin diesenlockenden Gewinn annehmen, und er, der Unterhändler,dadurch auf einmal der allen Verbindlichkeiten, die ihmnoch bisweilen wider seinen Willen einfielen, quitt undledig werden würde.

Aber die tugendhafte Pauline verwarf, wie man sichvorstellen kann, seinen schändlichen und plumpen An-trag, und entrüstete darüber so sehr, daß sie ihm ihreFreundschaft aufkündigte, und in seiner Gegenwart die