Zwölftes Kapitel.
Die Schlangenwindungen eines elenden Wichtes, dernicht den Muth hat. Ja oder Nein zu sagen, sondernnur immer von einem Tage zum andern einer bestimm-ten Erklärung zu entschlüpfen sucht, sind ein widrigerAnblick. Wir wollen daher in der Geschichte des Herrnvon Feldheim ein halbes Jahr, das uns keinen andernErzählungsstoff als solche Winkelzüge darbietet, über-springen und sogleich von dem Hauptstreiche reden, durchden er endlich den Knoten zerhieb.
Er war ungefähr seit sechs Monaten in den Adel-stand erhoben, als er das zufällige Glück hatte, demErbprinzen, der ein junger, rascher Herr von zwanzigJahren war, einen kleinen Dienst zu erweisen. DerPrinz lernte ihn bei dieser Gelegenheit kennen, besprachsich in der Folge mehrmals mit ihm, fand an seinerUnterhaltung Geschmack, und beehrte ihn nach und nachmit dem freundschaftlichsten Vertrauen. Doch darf mannicht denken, daß sie sich von Staatssachen unterredeten.Sie schwatzten, wie tausend andere junge Herren, vonnichts als Hunden, Pferden und — Mädchen.
Einst gingen sie auf einer Promenade Arm in Arm.Pauline und ihre Tante begegnete ihnen. Feldheim warauf seinen Begleiter so stolz, daß er sich schämte, sie zugrüßen, weil sie sehr einfach gekleidet waren. Cr strotzte
L.mgbein'S sümmt!. Schr. XV. Bd. 15