nung und Kost gab, dagegen aber auch die Freiheit ihrerkleinsten Handlungen beschränkte, und ihr durch böseLaunen das Leben sehr sauer machte.
Herr von Fcldheim hatte jetzt die dringendste Veran-lassung und schönste Gelegenheit, sich als ein rechtschaf-fener Mann zu zeigen. Er mußte, wenn er das seynwollte, die verbindlichen Verhältnisse, in denen er mitPaulinen stand, seinem Vater entdecken, und nicht eher«blaffen, bis er die Erlaubniß, sic vor dem Altar glück-lich zu machen, von ihm errungen hatte. Das würdefreilich Mühe gekostet haben; es gebrach ihm aber nichtan Mitteln, die Sache durchzusetzcn, wenn er sie mitErnst angreifen wollte. In solchen Fällen darf dieRedlichkeit gegen den Eigensinn eine starke Sprache füh-ren, und sogar trotzen und drohen. Diese letztere Waffestand Eduarden auf mancherlei Art zu Gebot. DasGeheimnis' seiner Herkunft war ein mächtiger Talismangegen den Alten, der es nun nicht mehr wagen durfte,vom Tollhause zu sprechen; und überdies hatte ihmEduard schon tief in die Karte seiner eigennützigen Staats-verwaltung gesehen, daß sich der ungetreue Haushalterin Acht nehme» mußte, mit dem Vertrauten seiner ge-heimen , lichtscheuen Händel in Unfrieden zu gerathen.Man konnte also Tausend gegen Eins wetten, daß Son-nenstein nachgegeben hätte.
Allein Herr von Feldheim, wie er war, handelte nichtals Herr von Feldheim, wie er seyn sollte. Er priessich vielmehr glücklich, daß er noch dem Unglück entgan-gen war, sich mit einer armen Frau zu belasten. ImUebrigen war ihm Pauline noch reich genug an Schön-heit, und er besuchte sie so oft, als es ihre mürrische