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11 (1847) Kleine Romane und Erzählungen : mit sechs Stahlstichen
Entstehung
Seite
218
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halten.Mit meinem Vater" sprach er zn sich selbstwar es ein anderes Ding. Oer handelte unrecht,daß er meine Mutter im Stiche ließ; denn als er sichmit ihr verlobte, war er schon ein gemachter Mann,der seine Umstände und Verhältnisse genau kannte, undsich nach dem Tode seines Vaters frank und frei aufsein Rittergut setzen und ei» Weib nehmen konnte. Ichhingegen verplämperte mich mit Paulincn, als ich mirnoch selbst ein Fremdling war, und nicht im Traumedaran dachte, das zu werden, was ich bin. Wie kannsie also noch jetzt von mir verlangen, daß ich die Ver-bindlichkeiten des armen Schreibers, der gleichsam todtund begraben ist, erfüllen soll?"

Man sieht aus diesem Gespräche mit seinem taubenGewissen, daß er die Chikanenschule des Prokuratorsnicht ohne Nutzen besucht hatte. Er wäre bei dem al-lem noch ein halbehrlicher Mann gewesen, wenn er sichgegen Paulinen freimuthig erklärt nnd ihr offenherzigentdeckt hätte, daß ihn die Abhängigkeit von seinem Va-ter in die Unmöglichkeit versetzte, sich mit ihr zu ver-binden. Allein so redlich ging er nicht mit ihr um.Er bemühte sich im Gegentheil, ihre Hoffnungen nochlänger durch zweideutige, auf Schrauben gestellte Wortezu unterhalten. Hierzu bewog ihn aber nicht etwawie man zu seiner Entschuldigung glauben könnteschonende Besorgniß, das Mädchen durch eine gerade,bestimmte Erklärung zu erschrecken, sonder» blos dieegoistische Furcht, daß er dann von Paulinen auf immeraus ihren Augen verwiesen werden möchte. Er liebtesie noch mit der heißesten sinnlichen Begierde, und wolltesich den süßen Genuß, mit einem schönen Mädchen ver-traulich zu tändeln, so lange als möglich erhalten.