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11 (1847) Kleine Romane und Erzählungen : mit sechs Stahlstichen
Entstehung
Seite
208
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Achtes Kapitel

Unser Grenadier brachte es nach einigen Tagen inseiner Schule so weit, daß er die Ehre haben konnte,vor der Thüre seines Vaters Schildwache zu stehen.Hiermit schloß sich seine Rolle als Gemeiner. Er er-hielt das Kurzgewehr, und spielte nun mit vieler Auf-geblasenheit den Exercitienmeister. Einige graubärtigeKriegskuechte, die sich aus dem preußischen Dienste indie fürstliche Garde verirrt hatten, konnten sich aberkaum des Lachens enthalten, wenn der hochgebietendcHerr Corpora! sie richten und über Dinge belehrenwollte, die sie schon dreißig Jahre zuvor besser verstan-den, als er.

Sonnenstein hielt, wie wir sehen, seinem Sohne red-liches Wort, als sich nach der rauhen Gemüthsstimmungbei der ersten Bekanntschaft von ihm erwarten ließ.Der junge Mensch war ihm damals ein stechender Dornim Auge, und nur die Furcht vor ihm und seiner fre-chen Zunge erpreßte die glänzenden Versprechungen, de-ren Haltung dem Feldmarschall wenig Ernst war. Dochnach und nach gewann er Eduarden so lieb, als einkaltes Wesen seiner Art Jemanden außer sich liebenkann. Er wartete nur auf eine schickliche Gelegenheit,ihn zum Offizier zu erheben. Indessen zeichnete er ihn,um diesen Schritt vorzubereiten, immer mehr vor seinesGleichen aus, und nannte ihn fast bei jeder Wachparadedie Krone des Regiments.