Sechstes Kapitel
Eduard verlangte jetzt dem Feldmarschall vorgestclltzu werden, und eine gewaffnete Begleitung führte ihnin dessen Palast. Se. Excellen; war mit der funkel-neuen Gardeuniform angethan und brüstete sich wie einPfau. Der Unteroffizier, der die Wache anführt, mel-dete ihm des Arrestanten Namen, Stand und Abnei-gung, der Trommel zu folgen. Sonnenstein stutzte beidem Namen Feldheim, entfärbte sich ein wenig und bißunruhig die Lippen zusammen; doch weit von dem Ge-danken entfernt, daß wirklich sein längstvergesscner Sohnvor ihm stehe, gab er sich schnell wieder ein martiali-sches Ansehen und fuhr auf: „Tausend Element! DerTintenkleckser will nicht Soldat werden?"
„Nein," sagte Eduard in einem festen und kaltenTone.
Sonnenstein ward auf's Neue verblüfft, nahm sichaber rasch zusammen, und suchte, nach mancher Feig-linge Art, die Furchtsamkeit eines bösen Gewissens durchstärkeres Toben zu verlarven. „Alle Teufel!" rief erhohnlachenv aus: „der Bursch spricht ja wie ein Reichs-freiherr! Wart'Er, man wird Ihn Mores lehren! Wirwollen ihn bei Wasser und Brod so lange krumm schlie-ßen lassen, bis sich der Ehrtrieb bei Ihm einstellt, Sr.Durchlaucht zu dienen."
Mich — antwortete Eduard gelassen — werden Cw.